Wie reagiert ein Stoiker auf das aktuelle politische Geschehen? (Hintergrund: Präsidentschaftswahl in den USA, Trump oder Clinton, vor allem der erste wird sehr kontrovers diskutiert.) Im Rahmen der STOICON wurden Donald Robertson und Ryan Holiday vom BOLD Magazin interviewt. Die Interviews findet ihr hier: Sick of Political Bickering This Election Season? Try Stoicism

Im Folgenden findet ihr eine kurze Zusammenfassung der Interviews, mit dem Augenmerk auf die stoische Haltung.

 

Donald Robertson

robertson_bold_interview

Interview auf Facebook anschauen

TOP 3 Praktiken des Stoizismus’

1. Bewusstsein für die Unterscheidung dessen, was ich kontrollieren kann

Robertson empfiehlt, den Fokus auf die charakterliche Entwicklung und die Reaktion auf die Umstände zu legen, statt sich von Außen beeinflussen zu lassen.

2. Kosmische Perspektive / Sicht von Oben

(die Übung findet ihr im Handbuch zur Stoic Week 2016)

Die Übung, sich, die Welt und das Geschehen von Oben bzw. aus einer kosmischen Perspektive zu beobachten bewirkt, dass man Abstand von den Dingen und seinen damit verbundenen Emotionen gewinnt und damit zu anderen Einsichten gelangen kann.

3. Vorstellung der eigenen Sterblichkeit

Auch diese kraftvolle Übung, die im Handbuch zur Stoic Week 2016 zu finden ist, bewirkt eine Änderung der Perspektive. Man lebt seinen Tag so, als wäre es der letzte, so Robertson. Durch das Akzeptieren des eigenen Todes erhält man die Möglichkeit, sich auf das “Richtige” zu fokussieren.

Wie stehen Stoiker zur aktuellen Politik?

Robertson empfiehlt hier, sich auf das zu fokussieren, was in seiner Macht steht. Die anderen Personen als “extern” zu betrachten und zu beobachten, was passiert und alles nicht persönlich zu nehmen.

Darüber hinaus empfiehlt er, sich auf das Sprechen der Wahrheit zu fokussieren.

Ryan Holiday

holiday_bold_interview

Interview auf Facebook anschauen

Fokus auf Selbst-Kontrolle

Ryan Holiday empfiehlt auch hier, sich auf das zu konzentrieren, was man selbst unter Kontrolle hat:

Du musst die Veränderung sein die du in der Welt sehen willst.
– Gandhi

“Fange bei Dir selbst an. Mache Deinen Job und die Welt zu einem besseren Platz”, sagt Holiday.

Stoiker sind Kosmopoliten

Die Stoiker, so Holiday, waren schon immer Kosmopoliten. Marcus Aurelius und andere Stoiker haben das immer hervorgehoben. Holiday zitiert Marcus Aurelius:

Was dem ganzen Bienenschwarme nicht zuträglich ist, das ist auch der Biene nicht zuträglich.
– Marcus Aurelius, Selbstbetrachtungen VI, 54

Zum Thema, wie man im Speziellen mit Trump bzw. dessen Anhängern umgehen sollte, sagt er zum einen, dass die Reaktionen der Gegner zum größten Teil auf die Ablehnung der Wut und des Hasses, die in Trump gesehen werden, zurückzuführen seien.

Was wir mit anderen Menschen gemeinsam haben

“Wir sollten nicht vergessen, was wir mit den anderen Menschen gemeinsam haben”, antwortet er auf die Frage, wie man mit den Trump-Anhängern umgehen solle, “und wenn wir das gefunden haben, dann können wir Wege für eine Zusammenarbeit finden”. Das steht im Gegensatz zu dem sonst üblichen Fokus der Menschen, andere zu be- und verurteilen und sie schlecht zu machen.

“Wenn wir unsere Intentionen auf andere projizieren, fällt es uns schwerer, mit ihnen zusammenzuarbeiten”, so Holiday.


Welchen stoischen Tipps zur aktuellen Politik habt ihr? Schreibt sie in die Kommentare!