Bei vielen Fragen bzgl. der stoischen Philosophie gilt es zu allererst zu prüfen, ob es überhaupt “Sinn” macht, tiefer in eine Analyse oder Diskussion einzusteigen.
Denn wenn es nicht die Philosophie oder die Dinge, die die Philosophie betreffen, betrifft, so kann man sich getrost anderen Themen zuwenden 😉

Ist es etwas Indifferentes / Gleichgültiges

Diogenes Laertios schreibt über Zenon in Buch 7. 104:

Indifferent heiße einerseits, was weder zur Eudämonie noch zum Unglück beiträgt wie Reichtum, Ruhm, Gesundheit, Stärke, etc.; denn man kann auch ohne diese glücklich werden, weil es von der Art ihres Gebrauches abhängt, ob sie glücklich oder unglücklich machen.

Das Auto des Nachbarn, das eigene Auto, die Formel 1, die Farbe des Nagellackes sind dann bspw. “nicht der Rede wert” bzw. nicht von Bedeutung hinsichtlich der Eudämonie.

Etwas ist indifferent oder gleichgültig, wenn etwas keinen Beitrag, positiv wie negativ, zum „sittlichen Leben“ leistet – oder es die Tugend weder positiv noch negativ beeinflusst.

Also, um es klar zu machen: Das, was die Stoiker als gleichgültig bezeichnen, bezieht sich immer auf die Wirkung auf die Eudämonie (oder auch apatheia oder ataraxia).
Das, was eine Wirkung auf die Seelenruhe (oder Eudämonie) hat, sind die Tugenden, die gute Tat oder der gute Menschen (im Sinne der Stoa).
Das, was eine negative Wirkung auf die Seelenruhe hat bzw. sie verhindert, sind die Laster, die lasterhafte Tat oder der schlechte Menschen (im Sinne der Stoa).

Die Empfehlung der Stoiker ist, sich um diese Dinge keine Gedanken zu machen. Zielstrebig eben.

Liegt es in meiner Macht?

 

In unserer Macht sind Urteil, Bestrebung, Begier und Abneigung, mit einem Wort alles das, was Produkt unseres Willens ist. Nicht in unserer Macht sind unser Leib, Besitz, Ehre, Amt, und alles was nicht unser Werk ist.

Betrifft etwas also nicht unseren Charakter oder unsere Person, so hat es nichts mit uns zu tun.
Das hat auch nichts mit Apathie nach ICD 10 oder mit Ignoranz zu tun.
Die 2 Grundprinzipien betreffen die Dinge, die laut Stoa zur Eudämonie beitragen und die wir beeinflussen können.

Es ist so, dass wir die Dinge, die wir nicht ändern können, akzeptieren sollten.
Auf alles andere liegt es an uns, die Tugenden entsprechend einzusetzen.

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Betrifft es die Tugenden?

Wie man in einer Situation Mut, Gerechtigkeit, Weisheit oder Mäßigung anwendet? Dann sind wir im Kern der stoischen Philosophie.

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