Nach der Beschaffenheit der Gegenstände, die du dir am häufigsten vorstellst, wird sich auch deine Gesinnung richten; denn von den Gedanken nimmt die Seele ihre Farbe an.

Es ist wahrscheinlich, dass das Buch – sein Tagebuch -, was wir im Deutschen “Selbstbetrachtungen” oder “Wege zum Selbst” oder “Wege zu sich selbst” nennen, wohl eher keinen ursprünglichen Titel hatte. Der griechische Titel “Τὰ εἰς ἑαυτόν” wird im Lateinischen mit “ad se ipsum” oder unter “meditationes” geführt. Daher der im Englischen verwendete Name “Meditations”. Auf Deutsch hieße der griechische Titel so viel wie “an sich selbst”.

Sicherlich waren die Selbstbetrachtugen Marcus’ eine schriftliche Form der Meditation, des Nachdenkens und Reflektierens über sein Leben mit philosophischem Kontext.
Praktizierte LebensPhilosophie.

Du findest den Text auch im Projekt Gutenberg.

Hintergrund zu den Selbstbetrachtungen

Aus dem ersten und dem zweiten Buch wissen wir, wo Marcus diese geschrieben hat. Das erste schließt mit den Worten “Geschrieben bei den Quaden um Granua.” und das zweite mit “Geschrieben zu Carnuntum.”. Marcus hat seine Selbstbetrachtungen wohl zu Zeiten der Markomannen-Kriege geschrieben und war demnach auch lange Zeit fernab der Heimat nördlich der Alpen stationiert. Darüber hinaus war bekannt, dass er nicht immer bester Gesundheit war. Vielleicht ist das auch ein Grund, weshalb er das Motiv der Vergänglichkeit und des Todes so häufig in seinen Meditationen aufgreift.