Eudaimonia oder die Eudämonie ist ein von Platon und Aristoteles geprägter Begriff aus der antiken Philosophie. Wenn man es sich einfach machen möchte, übersetzt man ihn als “Freude”.

Aber  Eudaimonia bedeutet mehr.

Bedeutung in der Philosophie

Die alten Griechen, so auch die Philosophen der Stoiker, fassten als den Sinn des Lebens mehr auf, als nur “Freude” oder gar “Spaß”. Ihnen ging es darum, ein glückendes, erfülltes, gedeihendes oder exzellentes Leben zu führen. 

Freude geht mit dem Vermeiden und der Abwesenheit von Schmerz einher. Ein erfülltes und gedeihendes Leben schließt Leid/Schmerz nicht aus – vielmehr erfolgt Wachstum meist unter Druck, ist verbunden mit Schmerzen und Anstrengung. Von Freude ist dann im Zweifel nicht viel zu spüren. Vielmehr darf man darauf vertrauen, dass sich “die ganze Mühe lohnt” – so wie der Bergsteiger sich am Ende des Anblicks über das Gebirge nach dem Aufstieg erfreut, mag der Aufstieg nicht immer einfach sein. Doch vielen macht ja auch der Aufstieg Freude bzw. ertragen ihn, da es sich am Ende “lohnt”.

Egal welche Projekte man angeht, ob im Privaten oder im Beruflichen, im Haushalt, in Beziehungen oder bei Business-Aktivitäten, wir werden immer herausgefordert oder gar in einer Form verletzt werden. 

Doch was werden wir rückblickend über unser Leben sagen können? War es aus dieser Perspektive “lohnenswert” auf diese Welt “geworfen” worden zu sein? Gibt es gar etwas, das wir bereuen? Oder können wir sagen, dass wir einen Unterschied gemacht haben?

Bei der Eudämonie geht es um mehr als nur animalistische Schmerzvermeidung. Es geht darum, ein gedeihendes und erfülltes Leben zu leben.

Bei den Stoikern bedeutet das ein Leben in Harmonie mit der Natur (Natur als Kosmos, Natur als Mensch, Natur als rationales Wesen), ein Leben, das sich an der Tugendhaftigkeit orientiert. Am Ende geht es darum, einen Beitrag zu einer besseren und gerechteren Welt und Spezies zu leisten.

Es gibt keinen Beweis dafür. Es ist ein Versprechen. Es ist Selbstlosigkeit mit dem Versprechen, dass man ein gutes Leben führt (das einem quasi nützt).

Bildlich genommen…

eu-daimonia (ευδαιμονια, Glückseligkeitsetzt sich zusammen aus der Vorsilbe eu, die für “gut” steht, und dem Wort daimonia, was so viel wie Geist oder Dämon bedeutet. Dann geht es bei der Eudämonie darum, seine guten Geister zu erkennen und zu fördern.

Inspiriert von Alain de Botton,
 und den Stoikern