Stoic Week 2016
Was ist die StoicWeek
Die deutschsprachige Version des Handbuchs wird es dieses Jahr und die kommenden Jahre nicht mehr geben.

Für 2017 plane ich für jeden Tag ein Video. Die Inhalte sind zu ca. 50% identisch  mit dem Handbuch aus 2016. Das Handbuch 2016 findest Du hier: Stoic Week 2016.

 Du findest das Original Handbuch hier: http://learn.modernstoicism.com/

Ab Sonntag Abend, 15.10.2017, findet ihr hier eine Einführung sowie das Video für Montag und dann jeden Tag am Vorabend das Video für den nächsten Tag.

Wollt ihr auf dem Laufenden bleiben, dann abonniert einfach den Newsletter, gebt uns ein Like auf Facebook und werdet Mitglied in der Facebook-Gruppe.

Hinweis
Der Inhalt dieses Handbuchs oder der Videos ersetzt keinen medizinischen Rat oder eine medizinische Behandlung. Wenn Sie eine medizinische Behandlung notwendig haben, besuchen Sie bitte einen qualifizierten Arzt oder Therapeuten. Dieses Experiment ist nicht für Personen geeignet, die an Psychosen, Persönlichkeitsstörungen, Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen oder anderen schweren psychischen Erkrankungen leiden. Wenn Sie an diesem Experiment teilnehmen, bestätigen Sie, dass Sie die Verantwortung für Ihren Gesundheitszustand kennen und übernehmen.
Sonntag

Text am Morgen

Sei wie ein Fels, an dem sich beständig die Wellen brechen: Er steht fest und dämpft die Wut der ihn umbrausenden Wogen. Ich Unglückseliger, sagt jemand, daß mir dieses oder jenes widerfahren mußte! Nicht doch! sondern sprich: Wie glücklich bin ich, daß ich trotz diesem Schicksal kummerlos bleibe, weder von der Gegenwart gebeugt noch von der Zukunft geängstigt!

– Marcus Aurelius, Selbstbetrachtungen, V 49

Text am Abend

Und jeden Tag begrub er sich so. Was dieser bei bösem Gewissen tat, das wollen wir bei gutem tun und schlafen gehend froh und freudig sprechen:
Ja! ich lebt‘ und vollbrachte den Lauf vom Geschicke beschieden!
Fügt die Gottheit den morgigen Tag noch hinzu, wollen wir ihn fröhlich annehmen! Der ist der glücklichste, sorgenfreieste Besitzer seiner selbst, der den Morgen ohne Unruhe erwartet. Wer sagen kann: „Ich habe gelebt“, steht täglich zum Gewinn auf.

– Seneca, Briefe an Lucilius, 12.9

Das Formular für die Übung:

  1. Situation. Welche unangenehme Situation stellst du dir vor?
  2. Emotionen. Was genau fühlst du während du dir das vorstellst? Wie stark ist das Gefühl auf einer Skala von 0-100%?
  3. Dauer. Wie viele Minuten hast dich geduldig mit diesem Ereignis in deiner Vorstellung auseinandergesetzt
  4. Konsequenzen. Wie stark war das unangenehme Gefühl am Ende (0-100%)? Was hast du sonst noch gefühlt oder erfahren?
  5. Analyse. Hat sich deine Perspektive auf die unangenehme Situation geändert? Ist es wirklich so schlimm, wie du sie dir vorgestellt hast? Wie könntest du damit umgehen, wenn es wirklich passiert? Was hast du in dieser Situation unter Kontrolle und was nicht?

Weiterführende Links:

Samstag

 

Text am Morgen

 

Alles ist voll von Spuren göttlicher Vorsehung. Auch die zufälligen Ereignisse sind nichts Unnatürliches, sind abhängig von dem Zusammenwirken und der Verkettung der von der Vorsehung gelenkten Ursachen. Alles geht von der Vorsehung aus. Hiermit verknüpft sich sowohl die Notwendigkeit als auch das, was zur Harmonie des Weltganzen nützlich ist, wovon du ein Teil bist. Was mit dem großen Ganzen übereinstimmt und was zur Erhaltung des Weltplanes dient, das ist für jeden Teil der Natur gut. Die Harmonie der Welt wird erhalten sowohl durch die Veränderungen der Grundstoffe als auch der daraus bestehenden Körper..

– Marcus Aurelius, Selbstbetrachtungen, II 3

Text am Abend

Ich schreite vorwärts in meinem naturgemäßen Lauf, bis ich hinsinke und ausruhe und meinen Geist in dasselbe Element aushauche, aus dem ich ihn täglich einatme, und zur Erde zurückkehre, von der mein Vater den Zeugungsstoff, meine Mutter das Blut und meine Amme die Milch erhielt, von der ich täglich so viele Jahre hindurch Speise und Trank empfange, die mich trägt, während ich sie mit Füßen trete und so vielfach mißbrauche.

– Marcus Aurelius, Selbstbetrachtungen, V 4

Weiterführende Links:

  • Am Samstag morgen gibt es hier ein geniales Video zu diesem Thema und der „View from above“
    stoiker.net auf Facebook
Freitag

 

 

Text am Morgen

 

Nach der Meinung der Stoiker ist es wesentlich, dass man die Liebe der Eltern zu den Kindern als eine natürliche Einrichtung ansehe. Von diesem Anfang gebt die allgemeine Verbindung des menschlichen Geschlechts aus, der wir nachgehn. […] So offenbar wie daher die Natur uns den Schmerz fliehen lässt, so treibt sie uns auch, die Kinder, welche wir erzeugt haben, zu lieben. Daraus schreibt sich auch jene allgemeine natürliche Zuneigung unter den Menschen als solchen her, so dass jeder Mensch dem Andern, schon weil er ein Mensch ist, nicht als etwas gilt, was ihn nichts anginge.

– Cicero, Über das höchste Gut und Übel, 3.62-63

Text am Abend

Wenn also selbst, sage ich, die Götter in das, was uns betrifft, nicht eingreifen, nun so steht’s bei mir, über mich selbst etwas zu beschließen, und ich kann das mir Zuträgliche in Erwägung ziehen; zuträglich aber ist jedem Wesen, was seiner Anlage und Natur entspricht. Meine Natur aber ist eine vernünftige und für das Gemeinwesen bestimmte; meine Stadt und mein Vaterland aber ist, insofern ich Antonin heiße, Rom, insofern ich ein Mensch bin, die Welt. Nur das also, was diesen Staaten frommt, ist für mich ein Gut.
– Marcus Aurelius, Selbstbetrachtungen, VI 44

Weiterführende Links:

Donnerstag

 

 

 

Text am Morgen

 

 

 

Sage zu dir in der Morgenstunde: Heute werde ich mit einem unbedachtsamen, undankbaren, unverschämten, betrügerischen, neidischen, ungeselligen Menschen zusammentreffen. Alle diese Fehler sind Folgen ihrer Unwissenheit hinsichtlich des Guten und des Bösen. Ich aber habe klar erkannt, daß das Gute seinem Wesen nach schön und das Böse häßlich ist, daß der Mensch, der gegen mich fehlt, in Wirklichkeit mir verwandt ist, nicht weil wir von demselben Blut, derselben Abkunft wären, sondern wir haben gleichen Anteil an der Vernunft, der göttlichen Bestimmung. Keiner kann mir Schaden zufügen, denn ich lasse mich nicht zu einem Laster verführen. Ebensowenig kann ich dem, der mir verwandt ist, zürnen oder ihn hassen; denn wir sind zur gemeinschaftlichen Wirksamkeit geschaffen, wie die Füße, die Hände, die Augenlider, wie die obere und untere Kinnlade. Darum ist die Feindschaft der Menschen untereinander wider die Natur; Unwillen aber und Abscheu in sich fühlen ist eine Feindseligkeit. 

– Marcus Aurelius, Selbstbetrachtungen, II 1

Text am Abend

Willst du dir ein Vergnügen machen, so betrachte die Vorzüge deiner Zeitgenossen so die Tatkraft des einen, die Bescheidenheit des andern, die Freigebigkeit eines dritten und so an einem vierten wieder eine andere Tugend. Denn nichts erfreut so sehr wie die Muster der Tugenden, die aus den Handlungen unserer Zeitgenossen uns in reicher Fülle in die Augen fallen. Darum habe sie auch stets vor Augen.

– Marcus Aurelius, Selbstbetrachtungen, VI 48

 

Mittwoch

 

 

 

 

Text am Morgen

 

 

 

 

Wenn du im menschlichen Leben etwas findest, was höher steht als die Gerechtigkeit, die Wahrheit, die Mäßigkeit, der Mut, mit einem Worte, als ein Gemüt, das in Hinsicht seiner vernunftgemäßen Handlungsweise mit sich selbst und hinsichtlich der Ereignisse, die nicht in seiner Gewalt stehen, mit dem Schicksal zufrieden ist, wenn du, sage ich, etwas Besseres findest, so wende dich dem mit der ganzen Macht deiner Seele zu und ergötze dich an diesem höchsten Gute. Wenn sich aber deinen Blicken nichts Besseres zeigt als der Geist, der in dir wohnt, der sich zum Herrn seiner eigenen Begierden gemacht hat, sich genau Rechenschaft über alle seine Gedanken gibt, der sich, wie Sokrates sagte, von der Herrschaft der Sinne losreißt, sich der Leitung der Götter unterwirft und den Menschen seine Fürsorge widmet, wenn alles andere dir gering und wertlos erscheint, so gib auch keinem andern Dinge Raum. Denn hast du dich einmal hinreißen lassen, so steht es nicht mehr in deiner Macht, dich wieder los zu machen und dem einzigen Gute, das in Wahrheit dein eigen ist, den Vorrang zu geben. Es ist durchaus nicht erlaubt, jenem Gute, das sich auf die Vernunft und das Handeln bezieht, irgend etwas Fremdartiges, wie das Lob der Menge oder Herrschaft oder Reichtum oder Sinnenlust an die Seite zu stellen. Alle diese Dinge werden, wenn wir ihnen auch nur den geringsten Zugang verstatten, die Oberhand bekommen und uns vom rechten Wege abbringen. Wähle also, sage ich, ohne Zaudern und wie ein freier Mann das höchste Gut und halte mit aller Macht fest daran. Das höchste Gut ist auch das Nützliche. Ja das, was dem vernünftigen Geschöpfe nützlich ist, mußt du dir bewahren; ist es dir aber nur als tierischem Wesen nützlich, so laß es fahren und erhalte dein Urteil frei von Vorurteilen, damit du alles gründlich prüfen kannst.

– Marcus Aurelius, Selbstbetrachtungen, III 6

Text am Abend

Jede Fertigkeit, jede Fähigkeit wird durch entsprechende Handlungen erhalten und vermehrt: die Fähigkeit zu gehen durch Umhergehen, Schnellaufen durch Übung im Laufen. Willst du ein guter Leser sein, so mußt du viel lesen, willst du ein Schreiber werden, mußt du schreiben; wenn du dreißig Tage hintereinander nichts liesest, sondern was anderes machst, dann wirst du sehen, was geschieht; ebenso wenn du zehn Tage hast liegen müssen, dann steh auf und versuche einen etwas weiten Marsch zu machen und du wirst sehen, wie dir deine Beine versagen. Überhaupt mußt du also das tun, worin du geübt sein willst, worin du keine Fertigkeit etwas zu tun haben willst, das tue nicht, sondern gewöhne dich, statt dessen etwas anderes zu tun. Ebenso verhält es sich auch mit seelischen Eigenschaften. Wenn du zornig wirst, so bedenke, daß dir nicht nur dieses Übel widerfahren, sondern daß du auch deine Neigung zum Zorne verstärkt hast, daß du gleichsam dürres Holz ins Feuer geworfen hast. Wenn du einmal einer sinnlichen Begierde unterliegst, halte das nicht bloß für eine Niederlage, sondern bedenke, daß du dadurch deine Unmäßigkeit gestärkt und vermehrt hast. Denn es ist gar nicht anders möglich, als daß durch entsprechende Handlungen Fertigkeiten und Fähigkeiten teils entstehen, wenn sie vorher nicht da waren, teils großgezogen und verstärkt werden…Wenn du nun nicht jähzornig sein willst, so ziehe in dir nicht die Gewohnheit groß und gib ihr keine Gelegenheit zum Wachsen. Anfangs suche dich zu beruhigen und zähle die Tage, an denen du nicht zornig bist: gewöhnlich war ich jeden Tag zornig, jetzt bin ich es nur über den andern Tag, dann immer erst nach zwei Tagen, dann erst nach dreien; und wenn du sogar dreißig Tage hast vorbeigehen lassen können, dann opfere der Gottheit. 

– Epiktet, Unterredungen, 2.8

 

Dienstag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text am Morgen

Nehmen wir also die Einteilung der Philosophie in jene drei Hauptteile an und versuchen wir es zuerst, die Moral nach ihren Bestandteilen zu ordnen. Auch sie zerfällt wieder in drei Abteilungen. Dier erste lehrt jedem das seine anweisen und ermitteln, was jedes Ding wert sei. Eine sehr nützliche Lehre. Denn was ist so nötig, als jedem Gegenstande seinen rechten Wert beizulegen. Die zweite handelt von den Handlungen, die dritte von den Trieben. Das erste also ist, das du richtig beurteilest, wie hoch jede Sache zu beurteilen sei. Das Zweite, dass du den Trieb danach regelst und in dem gehörigen Maß erhältst. Das Dritte, dass du Trieb und Handlung in Übereinstimmung bringest, um hierin durchaus mit dir selbst zu harmonieren.

– Seneca, Briefe an Lucilius, 89.14

Text am Abend

Einige Dinge stehen in unserer Macht, andere hingegen nicht. In unserer Macht sind Urteil, Bestrebung, Begier und Abneigung, mit einem Wort alles das, was Produkt unseres Willens ist. Nicht in unserer Macht sind unser Leib, Besitz, Ehre, Amt, und alles was nicht unser Werk ist. […] Hältst du dagegen für dein Eigentum nur, was wirklich dein eigen ist, und betrachtest das Fremde als fremd, so wird dich niemand jemals zwingen oder hindern; du wirst niemanden anklagen oder beschimpfen, und nicht das geringste mit Widerwillen tun; niemand kann dir schaden; du wirst keinen Feind haben, und nichts, was dir nachteilig sein könnte, wird dir begegnen.

– Epiktet, Handbüchlein der Moral, 1

Montag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text am Morgen

Man sucht Zurückgezogenheit auf dem Lande, am Meeresufer, auf dem Gebirge, und auch du hast die Gewohnheit, dich danach lebhaft zu sehnen. Aber das ist bloß Unwissenheit und Schwachheit, da es dir ja freisteht, zu jeder dir beliebigen Stunde dich in dich selbst zurückzuziehen. Es gibt für den Menschen keine geräuschlosere und ungestörtere Zufluchtsstätte als seine eigene Seele, zumal wenn er in sich selbst solche Eigenschaften hat, bei deren Betrachtung er sogleich vollkommene Ruhe genießt, und diese Ruhe ist meiner Meinung nach nichts anderes als ein gutes Gewissen. Halte recht oft solche stille Einkehr und erneuere so dich selbst. Da mögen dir dann jene kurzen und einfachen Grundsätze gegenwärtig sein, die genügen werden, deine Seele heiter zu stimmen und dich instand zu setzen, mit Ergebenheit die Welt zu ertragen, wohin du zurückkehrst.

– Marcus Aurelius, Selbstbetrachtungen, IV 3

Text am Abend

Betrachte niemals etwas als nützlich für dich, was dich einst zwingen könnte, dein Wort zu brechen, deine Ehre zu verlieren, jemanden zu hassen, zu verdächtigen, ihm zu fluchen, dich gegen ihn zu verstellen, wünsche nie etwas, was durch Mauern oder Vorhänge verborgen werden müßte. Derjenige, der seiner Vernunft, dem Genius in ihm und der Ehrerbietung für die Tugend den Vorrang läßt, ergeht sich nicht in tragischen Ausrufen, stößt keinen Seufzer aus, sehnt sich weder nach der Einsamkeit noch nach Umgang mit einer zahlreichen Menge; er wird, und darin liegt ein hohes Gut, leben, ohne das Leben weder zu suchen noch zu fliehen, vollkommen gleichgültig, ob für einen längeren oder kürzeren Zeitraum seine Seele von der Hülle seines Körpers umgeben sein wird. Ja, sollte er auch in diesem Augenblick scheiden müssen, er wird ebenso gern scheiden, wie bei Erfüllung irgendeiner andern, mit Ehre und Anstand übereinstimmenden Handlung. Nur darauf ist er einzig und allein bedacht, seine Seele vor jeder Richtung zu bewahren, die eines denkenden und geselligen Wesens unwürdig ist.

– Marcus Aurelius, Selbstbetrachtungen, III 7

Einführung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Information

fb-banner

Folge stoiker.net auf Facebook!

Diskussion

prakt-stoiker-banner

Werde Mitglied in unserer Facebook-Gruppe
und gelange zu neuen Einsichten für Dein Leben!

t

Hast Du Fragen?

Dann schreib mir eine Mail!

Quellen der Zitate