Schlagwort: Begierden

Über die stoischen Leidenschaften – Emotionen – Gefühle

Die Leidenschaft, mit der viele Menschen das Thema Emotionen der Stoiker vermengen, ist erstaunlich 😉 Gerade dieses Thema eröffnet, aus meiner Sicht, ein tieferes Erleben und Verständnis für die “Mechanik der eigenen Gefühle” aus Sicht der Stoischen Philosophie, daher möchte ich mit diesem Artikel mehr Klarheit in das Thema bringen. Schwammige Begriffe Wenn ich eines aus der Beschäftigung mit antiken Philosophien gelernt habe, dann ist es, dass die Bedeutung und vor allem die Verwendung von Wörtern sich heute im Vergleich zu damals sehr unterscheiden. Die antiken Philosophen nutzten die Wörter noch ursprünglicher, da sie tatsächlich im Griechischen oder Lateinischen...

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So motivierte sich Marcus Aurelius

Welche Tricks hatte Marcus Aurelius, der römische Philosophen-Kaiser, um aus dem Bett zu kommen, das römische Reich zu regieren und ein guter Stoiker zu werden? Wie er die Bettschwere und den inneren Schweinehund überwunden hat, erläutert er in Buch 5 Absatz 1 seiner Selbstbetrachtungen. Spannend an diesem Absatz ist die Dialog-Form (wenn es im Original-Text auch so war!) – das innere Selbstgespräch – und welche Aspekte des Stoizismus er dabei verwendet. Wenn du des Morgens nicht gern aufstehen magst, so denke: Ich erwache, um als Mensch zu wirken. Warum sollte ich mit Unwillen das tun, wozu ich geschaffen und...

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3 mentale Übungen für mehr Gelassenheit

Dass die Stoiker in ihren Werken Vorstellungs- und Visualisierungsübungen oder gar Meditationen beschreiben, fällt gerne auf den ersten Blick nicht auf. Besonders Pierre Hadot hat auf diesem Gebiet viel erforscht und publiziert. Diese Übungen sind Teil der Disziplin der stoischen Physik; es geht um Begierden, Wünsche und Abneigungen. Ziel der Übungen ist es, sich zu vergegenwärtigen, was tatsächlich von Wert ist, was in unserer Kontrolle liegt bzw. dass das, was mich gerade aufregt, eigentlich nichts ist, worüber es sich aufzuregen lohnt. Epiktet meinte dazu: “Wofern du nun Dinge, die von Natur völlig abhängig sind, für frei, und Fremdes für Eigenthum...

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So emotionslos sind Stoiker!

Sind Stoiker emotionslos? Ist die Stoa eine philosophische Lehre, die Emotionen verleugnet oder unterdrückt? Kurze Antwort: Nein. Was bedeutet “stoisch” Was bedeutet “stoisch”? Der Duden sagt zum einen “die Stoa betreffend, den Stoizismus betreffend” oder “unerschütterlich; gleichmütig, gelassen”.  Ein anderes Wörterbuch beschreibt stoisch als “so, dass man nicht leicht die Ruhe verliert oder sich aufregt“. Keine Spur von Emotionslosigkeit. Doch schauen wir uns an, wie die alten Stoiker mit Emotionen umgegangen sind. Die attischen  Nächte und der ängstliche Stoiker Eine aufschlußreiche Geschichte findet sich im Buch “Die attischen Nächte” von Aulus Gellius. Dort wird eine Geschichte von einer Schifffahrt...

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BeSinnliche Weihnachten

Bald ist Weihnachten, das Fest der Liebe. Was daraus mittlerweile geworden ist, hat noch wenig mit dem zu tun, was es eigentlich mal war. Aus meiner eigenen Kindheit weiß ich, wie groß die Vorfreude beispielsweise auf “Spielzeug” war. Auf, im Nachhinein, wertloses Plastikspielzeug. Auch heute noch “kitzelt” mich das Thema “Spielzeug”, nur sind die Dimensionen andere, aber ich kann die Auslöser und Impulse erkennen, einordnen und damit umgehen. Im Laufe der Zeit habe ich erkannt, was im Leben wichtiger ist – welche Werte wirklich wertvoll sind, weil sie dauerhafter und unvergänglicher sind. Es sind nicht die Adidas-Hose oder das tolle Auto,...

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Raus aus der Komfortzone – Wahre Freude kommt von Innen

In diesem Artikel möchte ich zusammen mit Seneca das Thema der stoischen Freude und Komfortzone näher beleuchten. Zuerst zerstöre ich die allgemeine Ansicht über Freude, damit ich am Ende die Möglichkeit habe, wahre Freude zu erkennen. Mir geht es gut, weil… Mir geht es gut, weil ich was zu essen habe mir warm ist ich genügend Geld habe Ich gesund bin Ich ein Smartphone habe Ich WLAN habe Ich tolle Klamotten habe Ich geschminkt bin Ich einen AUDI fahre Das scheint ein gängiges Bild zu sein: mir geht es gut, wenn ich etwas Erstrebenswertes, Tolles oder Luxuriöses habe oder...

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Vorausschauende Gelassenheit – Proaktive Visualisierung

Was ist die negative proaktive Visualisierung? Epiktet erklärt es uns ganz einfach: Tod und Verbannung und Alles, was als schrecklich erscheint, soll dir täglich vor Augen schweben, am meisten aber der Tod; so wirst du nie weder an etwas Gemeines denken, noch etwas allzuheftig begehren. – Epiktet, Handbüchlein der Moral, 21 Um es vorweg zu nehmen: der Stoiker konzentriert sich bei dieser Übung nicht ewig auf was Negatives – im Gegenteil, er gewinnt Gelassenheit und Freude dadurch und akzeptiert die Natur der Dinge. Es ist auch durchaus wichtig, nicht über das vermeintlich Schlimme ewig zu grübeln, also in einer Endlos-Schleife...

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