Übernimmst Du Verantwortung für Deine Gefühle oder machst Du andere oder die Umstände verantwortlich, wenn es Dir schlecht geht?
„Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen und Urteile über die Dinge“.

Der erste Neigung eines Menschen, der erkannt hat, dass er die Macht über seine Meinungen hat, und auf dem philosophischem Weg unterwegs ist, ist, dass er die Schuld auf sich schiebt und sich selbst mit Vorwürfen belastet.

Doch der weisere Mensch erkennt, dass die Schuldvorwürfe gegenüber sich selbst nicht zielführend sind. Er ist milde und nachsichtig gegenüber anderen und sich selbst. Die Voraussetzung ist, dass er, ohne sich selbst zu betrügen, an seinen Versäumnissen arbeitet – nicht etwa, weil es eine Philosophie verlangt, sondern weil es für ihn eine Form der Freiheit ist.

In welchen Bereichen Deines Leben übernimmst Du noch zu wenig eigene Verantwortung?
Wo lässt Du Deine innere Haltung von den äußeren Umständen bestimmen?
Wie kannst Du Dich ab sofort diesen Situationen stellen?
Zu welchen Situationen kannst Du ab sofort ehrlich sagen „Ja, ich arbeite daran“ statt „Ja, ich habe versagt“?

Ein Ungebildeter verrät sich dadurch, daß er andern Vorwürfe macht, wenn es ihm schlecht geht; ein Anfänger in der philosophischen Bildung macht sich selbst Vorwürfe; der gründlich Gebildete schiebt die Schuld weder auf einen andern noch auf sich selbst.
– Epiktet, Handbüchlein der Moral