Bald ist Weihnachten, das Fest der Liebe.
Was daraus mittlerweile geworden ist, hat noch wenig mit dem zu tun, was es eigentlich mal war. Aus meiner eigenen Kindheit weiß ich, wie groß die Vorfreude beispielsweise auf “Spielzeug” war. Auf, im Nachhinein, wertloses Plastikspielzeug.

Auch heute noch “kitzelt” mich das Thema “Spielzeug”, nur sind die Dimensionen andere, aber ich kann die Auslöser und Impulse erkennen, einordnen und damit umgehen. Im Laufe der Zeit habe ich erkannt, was im Leben wichtiger ist – welche Werte wirklich wertvoll sind, weil sie dauerhafter und unvergänglicher sind. Es sind nicht die Adidas-Hose oder das tolle Auto, die Uhr oder das Haus. All das ist vergänglich und “mit Geld zu kaufen”. Es geht dann mehr um Themen wie Gesundheit, Familie und ein gewisses Maß an Wohlstand. Das sind allerdings auch Bereiche, in denen es nicht immer rund laufen kann.

Wirklich dauerhafte Werte

Durch die Stoa lerne ich immer weiter Werte kennen, die wirklich dauerhaft und unvergänglich sind: es ist das Streben nach einem guten Charakter. Das kann mir keiner nehmen, das kann ich nur jeden Tag auf’s Neue herausgefordert werden!

Und genau diese Entwicklung, zu erkennen, dass das Materielle weniger wert ist als das Immaterielle, macht das Leben wert-voller.

Speziell zu Weihnachten möchte ich einen Aspekt besonders betonen: die Besinnung auf das, was uns Menschen ausmacht, und auf das, was wir alle gemeinsam haben:

Es ist ein Vorzug des Menschen, auch diejenigen zu lieben, die ihn beleidigen.
Dahin gelangt man, wenn man bedenkt, daß die Menschen mit uns eines Geschlechtes sind, daß sie aus Unwissenheit und gegen ihren Willen fehlen, daß ihr beide nach kurzer Zeit tot sein werdet und vor allem, daß dein Widersacher dich nicht geschädigt hat. Denn er hat die in dir herrschende Vernunft doch nicht anders gemacht, als sie zuvor war.
– Marcus Aurelius, Selbstbetrachtungen, 7.22

Hier geht es um das Thema Nächstenliebe. Das Thema birgt, wie alle anderen Themen entsprechend auch, dann die größten Erkenntnisse, wenn wir nicht damit rechnen oder es gar für unangebracht halten. Wie man dahin gelangen kann, beschreibt Markus ab dem zweiten Satz.

In einer “stillen Nacht“, einer Meditation oder einem Gebet in der Kirche können wir versuchen, diese Einstellung zu kultivieren. Vielleicht nicht zum Anfang mit den Leuten, die wir überhaupt nicht mögen oder gar hassen (an dieser Stelle lohnt es sich, die verschiedenen Emotionen mal zu googlen!), vielleicht fangen wir beim nervenden Nachbarn an und gehen dann ein paar Leute durch, die uns nahe stehen. Am Ende können wir auch einen Blick auf uns selbst werfen und uns am Ende selbst unsere Fehler eingestehen…und uns eingestehen, dass das alles menschlich ist…

Ich wünsche Euch allen ein beSinnliches Weihnachtsfest!

P.S. die oben dargestellt Meditation ist “eine abgewandelte und kleine” Form der Kreise des Hierokles.