Orexis (ὄρεξις): Verlangen, Neigung zu einer Sache, Begehren - der Impuls des Strebens. Gegenteil von ekklisis, tritt aber oft gemeinsam mit ihr auf.

Orexis und Ekklisis bilden das erste der drei Übungsfelder (Topoi) Epiktets: Begehren und Meiden sollen ausschließlich auf das ausgerichtet sein, was wirklich in unserer prohairesis liegt. Wer nach äußeren Dingen greift, die nicht in seiner Macht stehen, wird scheitern - nicht zufällig, sondern notwendig (Unterredungen 1.4.18-22).

Das Verb oregō (ὀρέγω, "ausstrecken nach, sich danach sehnen") erscheint oft zusammen mit apotynchanō ("das Ziel verfehlen") - die Verbindung zeigt: Falsches Orexis führt notwendig zu apotynchano.

Marcus (8.1.5): Prinzipien müssen die Quelle von Begehren und Handlungen sein. Orexis soll sich nur auf das beschränken, was in unserer Kontrolle liegt (8.7). Der Begriff erscheint fünfmal bei Marcus, sechsundfünfzigmal in Epiktets Unterredungen und siebenmal im Enchiridion.

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