Axioma (ἀξίωμα): Aussage, Proposition - das, was wahr oder falsch sein kann. Grundeinheit der stoischen Aussagenlogik, die Chrysipp als erster systematisch entwickelt hat.

Das Axioma ist ein vollständiges lekton (Sagbares): Es prädiziert etwas von etwas und ist damit wahrheitsfähig - im Unterschied zu unvollständigen lekta (z.B. bloße Prädikate wie "schläft", ohne Subjekt). Die stoische Logik ist damit eine Logik der Aussagen (nicht primär der Begriffe wie bei Aristoteles) - eine Vorform der modernen Aussagenlogik.

Chrysipp entwickelt komplexe axiomata: einfache (kategorische Aussagen), hypothetische (Konditionalsätze: "Wenn p, dann q"), disjunktive ("Entweder p oder q"). Die Gültigkeit von Schlüssen (syllogismoi) hängt von der Form dieser Verknüpfungen ab, nicht vom Inhalt - ein formal-logischer Ansatz, der erst in der modernen Logik wieder aufgegriffen wurde.

Praktisch: Die Prüfung von phantasiai ist implizit eine Prüfung von axiomata - ob der Eindruck "Dies ist ein Übel" als wahr zu bewerten ist oder nicht. Synkatathesis und Axioma sind in der stoischen Erkenntnistheorie eng verbunden.

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