Stoische Zitate

Eine Sammlung inspirierender Zitate aus der stoischen Philosophie. Diese zeitlosen Weisheiten bieten Einblicke in die stoische Lebensweise und können als Leitlinien für das eigene Leben dienen.

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Die Tugend allein ist hinreichend für das Glück.

— Diogenes Laertius Leben und Meinungen berühmter Philosophen, VII, 127 (über Zenon von Kition) » Alle Verwendungen ansehen

Drei Gebiete sind es, in denen man sich üben muss, wenn man sittlich gut werden will.
Das erste betrifft das Begehren  und Vermeiden, damit uns weder fehlschlägt, zu bekommen, was wir begehren, noch dass wir in das hineingeraten, was wir ablehnen.
Das zweite Gebiet betrifft die Entschlüsse, etwas zu tun oder zu lassen, und damit den Bereich der pflichtmäßigen Handlungen. Da hat man sich zu üben, dass man in geordneter Weise, aus guten Gründen und nie gedankenlos handelt.
Das dritte Gebiet hat es zu tun mit der Verhütung von Werturteil, überhaupt mit der Zustimmung.

— Epiktet Unterredungen 3.2 » Alle Verwendungen ansehen

Begehre nicht, daß die Sachen in der Welt gehen, wie du es willst, sondern wünsche vielmehr, daß alles was geschieht, so geschehe, wie es geschieht, dann wirst du glücklich sein.

— Epiktet Handbüchlein der Moral 8 » Alle Verwendungen ansehen

Wenn du in der Weisheit gehörig vorwärtskommen willst, so ertrage es geduldig, wegen äußerer Dinge für unverständig oder dumm gehalten zu werden.

— Epiktet Handbüchlein der Moral 13 » Alle Verwendungen ansehen

Wenn du etwas nach bestimmter Überzeugung, daß es getan werde müsse, tust, so scheue dich nicht, es öffentlich zu tun, wenn auch die Menge (das Publikum) darüber ganz anders denkt. Denn handelst du nicht recht, so scheue die Tat; handelst du aber recht, was scheust du denn die, welche dich mit Unrecht tadeln?

— Epiktet Handbuch, 35 » Alle Verwendungen ansehen

Vergegenwärtige dir einen Charakter, ein Musterbild, wonach du zu leben dir vornimmst, sowohl im privaten, als im öffentlichen Leben.

— Epiktet Handbuch der Moral » Alle Verwendungen ansehen

Bedenke das, du bist in einem Drama der Inhaber einer bestimmten Rolle, welcher der Dichter durch dich ausführen will. Ist sie kurz, so spielst du eine kurze, ist sie lang, eine lange Rolle. Will er, daß du einen Armen vorstellest, so spiele ihn gut; ebenso einen Lahmen, oder eine obrigkeitliche Person, oder einen gewöhnlichen Bürger. Denn das ist deine Sache, die Rolle, die dir übertragen ist, gut zu spielen; sie zu wählen, ist die Sache eines andern.

— Epiktet Handbüchlein 17 » Alle Verwendungen ansehen

Da alle wahren Güter in Dingen bestehen, die in unserer Macht sind, so haben Neid und Eifersucht keinen Sinn.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 19 » Alle Verwendungen ansehen

Siehst du jemand in Trauer, weil sein Sohn in die Ferne gereist ist, oder weil er sein Vermögen verlor, so laß dich nicht zu der eigenen Einbildung hinreißen, daß dieser Mensch durch den Verlust der äußeren Dinge unglücklich sei, sondern halte dich bereit, bei dir zu sprechen: »Nicht dieser Unfall beschwert ihn (denn manche andere würden ja davon nicht geplagt werden), sondern die Vorstellung, die er davon hat.« Säume nicht, durch vernünftige Gespräche ihn zu heilen, auch wohl, wenn es sein muß, mit ihm zu weinen. Nur hüte dich, daß du nicht in deinem Innern mitseufzest.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 11 » Alle Verwendungen ansehen

Wenn dir jemand Böses tut oder nachredet, so denke: »Er handelt und spricht so, weil er meint, er habe recht.« Er folgt eben nicht deinen Begriffen, sondern seinen, und wenn diese falsch sind, so hat er den Schaden davon, indem er sich täuscht. Denn wenn jemand einen richtigen Schlußsatz für falsch hält, so schadet dies nicht dem Objekt des Satzes, sondern ihm, der sich irrt. Wenn du das stets bedenkst, so wirst du dich sanftmütig gegen den benehmen, der dich beschimpft. Sage dir deshalb bei jedem solchen Vorfalle: »Es hat ihm so geschienen. (Er spricht oder handelt, wie er's versteht.)«

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 42 » Alle Verwendungen ansehen

Bedenke das: du mußt dich im Leben wie bei einem Gastmahle verhalten. Wird etwas herumgeboten und kommt es zu dir, strecke die Hand aus und nimm ein bescheidenes Teil davon. Es kommt etwas, das du gern hättest, einstweilen noch nicht zu dir, richte dein Begehren nicht weiter darauf, sondern warte, bis es an dich gelangt. [..]

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 15 » Alle Verwendungen ansehen

Nicht die Dinge selbst, sondern die Meinungen über dieselben beunruhigen die Menschen.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 5 » Alle Verwendungen ansehen

Beginnst du irgendein Werk, so bedenke genau, von welcher Art es sei. Willst du baden gehen, so erwäge zuvor bei dir selbst, was sich alles im Bade zu ereignen pflegt, daß einige sich herausdrängen, andere ungestüm hineinstürzen, einige schimpfen, andere stehlen. Daher wirst du mit größerer Sicherheit die Sache unternehmen, wenn du dir von vornherein sagst: »Ich will baden und dabei meine vernunftgemäßen Entschlüsse behaupten.«

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 4 » Alle Verwendungen ansehen

Bei allen Ereignissen besinne dich, in dir forschend, welche Kraft du gegen dieselben besitzest. Siehst du eine schöne Person, so wirst du die Enthaltsamkeit als Kraft gegen sie bei dir finden; kommt die mühsame Arbeit auf den Hals, Ausdauer; wenn dir Schmach zu teil wird, Geduld; nie werden dich, wenn du dich so gewöhnst, die Vorstellungen hinreißen.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 10 » Alle Verwendungen ansehen

Bei jedem Geschäfte prüfe zuerst genau, was ihm vorangehen muß und was es mit sich bringt; dann erst beginne es. Sonst wirst du, wenn du die notwendigen Folgen nicht überlegst, anfangs willig beginnen, wenn aber Schwierigkeiten sich zeigen, mit Beschämung zurücktreten müssen. Blicke auf das Ziel, dann werden dir die Hindernisse wie nichts erscheinen.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 29 » Alle Verwendungen ansehen

Bemühe dich daher, jedem unangenehmen Gedanken damit zu begegnen, daß du sagst: »Du bist nicht das, was du zu sein scheinst (etwas Reelles), sondern bloß ein Gedankending (eine Einbildung).

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 1.5 » Alle Verwendungen ansehen

Wäre Mangel an Ehre ein Übel, so kann dich doch niemand in dasselbe stürzen, so wenig als in eine Schande. Ist es deine Sache, Ehrenstellen zu erlangen, oder zu Gastmählern geladen zu werden? Keineswegs. Wie kann es denn Unehre für dich sein? Und wirst du unbedeutend leben, da du gerade für die Dinge, die in deiner Macht stehen, bedeutend sein und dir die größte Ehre erwerben kannst?

— Epiktet Handbüchlein der Moral, Kapitel 24 » Alle Verwendungen ansehen

Wenn dir jemand erzählt, daß der oder dieser dir Böses nachrede, so verteidige dich nicht gegen das, was man über dich sagte, sondern antworte: »Die andern mir anklebenden Fehler wußte er nicht, sonst hätte er nicht bloß diese angeführt.«

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 33 » Alle Verwendungen ansehen

Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 5 » Alle Verwendungen ansehen

Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es möchtest, sondern wünsche dir, dass alles so geschieht, wie es geschieht, und du wirst glücklich sein.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 8 » Alle Verwendungen ansehen

Wenn du eine Rolle übernimmst, der du nicht gewachsen bist, so machst du dir damit nicht bloß Unehre, sondern du vernachlässigst auch eine andere, welche du (mit Ehre) ausfüllen könntest.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 37 » Alle Verwendungen ansehen

So ist Krankheit ein Hindernis des Körpers, nicht des Willens, insofern dieser sie nicht selbst dazu macht. Hinken ist ein Hindernis des Beines, nicht des Willens. Sage dir das bei allem, was sich für dich ereignet, so wirst du finden, daß die Ereignisse stets etwas anderes tun, als dich hindern.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 9 » Alle Verwendungen ansehen

Manche Dinge stehen bei uns, andere nicht bei uns. Bei uns stehen Urteil, Trieb, Begehren, Meiden, mit einem Wort alles, was unser eigenes Werk ist; nicht bei uns stehen der Körper, der Besitz, Ansehen, Ämter, mit einem Wort alles, was nicht unser Werk ist.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 1.1 » Alle Verwendungen ansehen

Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen und Urteile über die Dinge.

— Epiktet Handbüchlein der Moral » Alle Verwendungen ansehen

Wirkliche Religion hat nur, wer rechtmäßige Begierden und Abneigungen hat.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 31 » Alle Verwendungen ansehen

Macht über alles hat, wer das, was er will oder nicht will, erreichen oder vermeiden kann.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 14 » Alle Verwendungen ansehen

Laß dir täglich Tod, Verbannung und alles, was sonst furchtbar erscheinen mag, vor Augen sein, so wirst du nie niedrig denken, oder allzuheftig begehren.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 21 » Alle Verwendungen ansehen

Jede Sache hat zwei Seiten, von denen sie genommen werden kann. Von der einen ist die erträglich, von der anderen nicht erträglich. Tut dir z. B. dein Bruder Unrecht, so nimm es nicht von der Seite auf, daß er dich beleidigt -- das ist seine Handhabe, die für dich unfaßbar ist -- sondern von der Seite, daß er dein Bruder und Jugendfreund ist; dann fassest du die Sache da an, wo sie hebhaft ist.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 43 » Alle Verwendungen ansehen

Folgendes sind falsche Schlüsse: »Ich bin reicher als du, also bin ich vorzüglicher«, oder: »Ich bin beredter als du, folglich bin ich besser.« Schlüssig ist bloß dies: »Ich bin reicher als du, folglich ist mein ökonomischer Zustand besser als deiner; ich bin beredter als du, also ist meine Sprechweise besser als die deinige.« Du selber aber bist weder Besitz noch Ausdrucksweise.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 44 » Alle Verwendungen ansehen

Fange deshalb bei dem kleinsten an. Es wird dir Öl verschüttet, man stiehlt dir Wein, sprich dabei: »So teuer kauft man Leidenschaftslosigkeit, so teuer Gemütsruhe. Umsonst bekommt man nichts.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 12 » Alle Verwendungen ansehen

Willst du nun aber nach so großartigen Dingen trachten, so bedenke, daß du sie nicht bloß mit mittelmäßigem Ernste angreifen, sondern manches gänzlich aufgeben, anderes einstweilen hintansetzen mußt.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 1 » Alle Verwendungen ansehen

Erwäge, daß nicht der dich mißhandelt, welcher dich lästert oder schlägt, sondern deine Vorstellung, daß dies eine Schande sei. Macht dich jemand böse, so reizt dich nur deine eigene Vorstellung. Bemühe dich also vor allem, nie im Augenblicke von ihr hingerissen zu werden; später, wenn du einmal Zeit zur Überlegung gehabt hast, wirst du dich schon beherrschen können.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 20 » Alle Verwendungen ansehen

[..]Wenn ich aber nur das Auslegen selbst (die Gelehrsamkeit dabei) bewundere (und darin Fertigkeit erlange), was bin ich dann anderes als ein Grammatiker statt eines Philosophen geworden, bloß mit dem Unterschied, daß ich statt eines Homer bloß den Chrysipp auslegen kann. Lieber will ich erröten, wenn jemand mir sagt: Lies mir den Chrysipp vor, wenn ich nicht Taten aufweisen kann, die seinen Aussprüchen ähnlich sind und mit ihnen übereinstimmen.«

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 49 » Alle Verwendungen ansehen

Tritt das Bild einer sinnlichen Lust in deine Vorstellung, so laß dich, wie bei anderen sinnlichen Einbildungen, nicht davon hinreißen, sondern die Sache soll dir ein wenig warten. Nimm dir eine Frist zur Überlegung und betrachte die beiden Hauptzeitpunkte, denjenigen, in welchem du das Vergnügen genießen, und den andern, in welchem du nach dem Genuß Reue empfinden und dich selbst heftig tadeln würdest. Dem setze sodann die Vorstellung entgegen, wie du dich freuen und dich selber loben wirst, wenn du dich enthalten hast. Scheint es dir dennoch zulässig, dich mit der Sache einzulassen, so hüte dich, nicht von dem Süßen und Lockenden derselben bezwungen zu werden, sondern erwäge, wie viel besser das Selbstbewußtsein sei, über sie einen Sieg erfochten zu haben.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 34 » Alle Verwendungen ansehen

Ein Meister über alles ist, wer das, was er will oder nicht will, erreichen oder vermeiden kann. Wer frei sein will, muß nichts begehren und nichts fürchten, was in eines andern Macht steht; andernfalls ist er dessen Knecht.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 14 » Alle Verwendungen ansehen

Die Pflichten richten sich nach den persönlichen Verhältnissen. Einen Vater muß man achten, ihm in allen Dingen nachgiebig sein, es dulden, wenn er tadelt oder schlägt. Aber (sagst du) der Vater ist ein böser Mann. Hat dich das Geschick zu einem guten Vater gesellt? Nein, sondern zu einem Vater. Dein Bruder handelt ungerecht gegen dich? Betrachte dein Verhältnis zu ihm, sieh nicht darauf, was er tut, sondern durch welches Vorgehen du vernünftig handelst. Es kann dich niemand kränken, wenn du es nicht willst. Gekränkt bist du, wenn du dich für gekränkt hältst. Ebenso wirst du die Pflichten gegen Nachbarn, Mitbürger, Anführer finden, wenn du dich gewöhnst, darüber nachzudenken, was diese Benennungen bedeuten.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 30 » Alle Verwendungen ansehen

Deshalb bedenke, daß du Hinderung erfahren, in Trauer und Unruhe geraten, ja sogar Götter und Menschen anklagen wirst, wenn du das von Natur Dienstbare für frei und das Fremde für dein eigen ansiehst.

— Epiktet Handbüchlein der Moral, 1 » Alle Verwendungen ansehen

Bei allen erfreulichen, nützlichen und daher von dir geliebten Dingen unterlaß nie, dir klar zu machen, wie sie beschaffen sind, und fange hierbei bei den kleinsten Gütern an. Siehst du einen Krug, so sage dir, daß du einen Krug siehst; dann wirst du nicht in Unruhe geraten, wenn er bricht. Umarmst du dein Kind oder Weib, so sage dir, daß du einen Menschen küssest, so wird dir nicht ungelassen werden, wenn er stirbt.

— Epiktet Handbüchlein der Moral 3 » Alle Verwendungen ansehen

Welches wollt ihr lieber: Geld oder einen treuen, gewissenhaften Freund? Darum helft mir lieber zu dem letzteren und verlangt nicht, daß ich etwas tue, wodurch ich diese Eigenschaft verlieren würde.

— Epiktet Handbüchlein der Moral 24 » Alle Verwendungen ansehen

Mensch, erwäge zuerst genau, was eine Sache erfordert, und dann betrachte dich selbst, ob du ihr gewachsen seiest.

— Epiktet Handbüchlein der Moral 29 » Alle Verwendungen ansehen

Mutig gehe zu den Göttern, wie zu den Ratgebern.

— Epiktet Handbüchlein der Moral 32 » Alle Verwendungen ansehen

Beobachte meistenteils Stillschweigen, oder sprich nur das Notwendige und auch dies mit wenigen Worten.

— Epiktet Handbüchlein der Moral 33.2 » Alle Verwendungen ansehen

Einige Dinge stehen in unserer Macht, andere hingegen nicht. In unserer Macht sind Urteil, Bestrebung, Begier und Abneigung, mit einem Wort alles das, was Produkt unseres Willens ist. Nicht in unserer Macht sind unser Leib, Besitz, Ehre, Amt, und alles was nicht unser Werk ist. Was in unserer Macht ist, ist seiner Natur gemäß frei, kann nicht verboten oder verhindert werden; was aber nicht in unserer Macht steht, ist knechtisch, kann verwehrt werden, gehört einem anderen zu.

— Epiktet Handbüchlein der Moral » Alle Verwendungen ansehen

Denn wie Sokrates zu sagen pflegte, dass ein ungeprüftes Leben nicht lebenswert sei, so soll man auch keine sinnliche Vorstellung ohne scharfe Untersuchung annehmen.

— Epiktet Unterredungen, 3.12 » Alle Verwendungen ansehen

Der Anfang der Bildung ist die Untersuchung der Begriffe.

— Epiktet Unterredungen, 1.17 » Alle Verwendungen ansehen

Enthalte dich eine Zeitlang jeden Begehrens, damit du später vernünftig begehren kannst.

— Epiktet Unterredungen, 3.13.21 » Alle Verwendungen ansehen

Das ist eben die Hauptursache, warum wir Bildung nötig haben, damit wir nämlich die allgemeine Vorstellung des Vernünftigen und Vernunftwidrigen auf die einzelnen Fälle naturgemäß anwenden lernen.

— Epiktet Unterredungen 1.2.6 » Alle Verwendungen ansehen

Man muss wahre Sätze zugeben, falsche verneinen und sich bei zweifelhaften enthalten.

— Epiktet Unterredungen 1.7 » Alle Verwendungen ansehen

Wo aber Unwissenheit herrscht, da herrscht auch Unerfahrenheit und Mangel an Bildung hinsichtlich der notwendigen Dinge.

— Epiktet Unterredungen 1.11 » Alle Verwendungen ansehen

Stößt dir eine Schwierigkeit auf, so denke daran, dass Gott dir wie ein Trainer einen starken, jungen Gegner entgegenstellt, mit dem du den Kampf aufnehmen sollst.

— Epiktet Unterredungen 1.24.1 » Alle Verwendungen ansehen

Das ist der Anfang in der Philosophie für jeden; die Wahrnehmung dessen, in welcher Verfassung das leitende Prinzip ist. Findet er es noch zu schwach, so wird er sich wohl nicht einfallen lassen, dasselbe schon zu den größten und allerwichtigsten Sachen zu gebrauchen.

— Epiktet Unterredungen 1.26 » Alle Verwendungen ansehen

Was dem Schwarm nicht zuträglich ist, taugt auch nichts für die einzelne Biene.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 6.54 » Alle Verwendungen ansehen

Hindert dich denn das, was dir zustößt, gerecht, hochherzig, besonnen, verständig, vorsichtig im Urteil, truglos, bescheiden, freimütig zu sein, alle Eigenschaften zu haben, in deren Besitz die Eigentümlichkeit der Menschennatur besteht? Denke also daran, bei allem, was dir Traurigkeit verursachen könnte, bei dieser Wahrheit Zuflucht zu suchen: Dies ist kein Unglück, vielmehr ein Glück, es mit edlem Mute zu ertragen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 4.49 » Alle Verwendungen ansehen

Zunächst laß dich nicht beunruhigen, alles geht seinen Gang, wie es der Natur gemäß ist. Noch eine kurze Frist und du bist nirgends mehr, wie Hadrian und Augustus. Dann fasse deine Lebensaufgabe unverwandten Blicks ins Auge und denke daran, daß du ein guter Mensch sein sollst. Was die menschliche Natur von dir fordert, tue unbeirrt, sage nur, was dir durchaus gerecht erscheint und dies auf wohlwollende, bescheidene und offenherzige Art.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 8.5 » Alle Verwendungen ansehen

Denke daran, daß deine herrschende Vernunft, wenn sie, in sich selbst gesammelt, sich selbst genügt und nichts tut, was sie nicht will, unüberwindlich wird, auch wenn sie einmal ohne genügenden Grund Widerstand leistet. Wieviel mehr also dann, wenn sie mit Grund und mit Bedacht über etwas urteilt? Deshalb ist die denkende Seele, von Leidenschaft frei, gleichsam eine Festung.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 8.48 » Alle Verwendungen ansehen

Denke zu jeder Tageszeit daran, in deinen Handlungen einen festen Charakter zu zeigen, wie er einem Menschen geziemt, einen ungekünstelten, sich nie verleugnenden Ernst, ein Herz voll Freiheits- und Gerechtigkeitsliebe. Verscheuche jeden anderen Gedanken, und das wirst du können, wenn du jede deiner Handlungen als die letzte deines Lebens betrachtest, frei von Überstürzung, ohne irgendeine Leidenschaft, die der Vernunft ihre Herrschaft entzieht, ohne Heuchelei, ohne Eigenliebe und mit Ergebung in den Willen des Schicksals. Du siehst, wie wenig zu beobachten ist, um ein friedliches, von den Göttern beglücktes Leben zu führen. Die Befolgung dieser Lehre ist ja alles, was die Götter von uns verlangen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 2.5 » Alle Verwendungen ansehen

Denke nicht so oft an das, was dir fehlt, als an das, was du hast. Und wenn dir bewußt wird, was von diesem das Allerbeste sei, mußt du dir klarmachen, wie du´s gewinnen könntest, im Fall du es nicht besäßest. Je zufriedener dich aber sein Besitz macht, um so mehr mußt du dich hüten, ihn mit einem solchen Wohlgefallen zu betrachten, daß dich sein Verlust beunruhigen könnte.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 7.27 » Alle Verwendungen ansehen

...denn ich lasse mich nicht verführen - noch kann ich dem, der mir verwandt ist, zürnen oder mich feindlich von ihm abwenden, da wir ja dazu geboren sind, uns gegenseitig zu unterstützen, wie die Füße, die Hände, die Augenlider, die Reihen der oberen und unteren Zähne einander dienen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 2.1 » Alle Verwendungen ansehen

...denn immer bietet mir die Gegenwart Stoff zur Ausübung einer vernünftigen und staatsbürgerlichen Tugend und soll mir Anlaß geben, meine Pflicht gegen Gott und Menschen zu erfüllen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 7.68 » Alle Verwendungen ansehen

Der Ruhmbegierige bedenkt nicht, daß auch die in aller Kürze nicht mehr sein werden, die seiner gedenken, und daß es sich mit jedem folgenden Geschlecht ebenso verhält, bis endlich die Erinnerung, durch solche fortgepflanzt, die nun erloschen sind, selber erlischt.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 4.19 » Alle Verwendungen ansehen

Die beste Art, sich an jemand zu rächen, ist, es ihm nicht gleich zu tun.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 6.6 » Alle Verwendungen ansehen

Ziehe dich in dich selbst zurück! Die uns beherrschende Vernunft ist ja so beschaffen, daß sie am Rechttun und an der daraus hervorgehenden Ruhe Genügen findet.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 7.28 » Alle Verwendungen ansehen

Daß aber der Leib nichts leide, dafür mag er, wenn er kann, selbst sorgen, und wenn er leidet, mag er´s sagen. Doch die Seele, der eigentliche Sitz der Furcht und jeder schmerzlichen Empfindung, kann nicht leiden, wenn du ihr nicht die Meinung, daß sie leide, erst beibringst.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 7.16 » Alle Verwendungen ansehen

... da wir ja dazu geboren sind, uns gegenseitig zu unterstützen, wie die Füße, die Hände, die Augenlider, die Reihen der oberen und unteren Zähne einander dienen. Also ist es gegen die Natur, einander feindlich zu leben. Und das tut doch, wer auf jemand zürnt oder ihm entgegenwirkt.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 2.1 » Alle Verwendungen ansehen

Wie der Fels im Meere, an dem die Wellen unaufhörlich rütteln, steht, so daß ringsum der Brandung Ungestüm sich legen muß, so stehe auch du! ... Kann dich denn irgendein Schicksal hindern, gerecht zu sein, hochherzig, besonnen, klug, selbständig in deiner Meinung, wahrhaft in deinen Reden, sittsam und frei in deinem Betragen, hindern an dem, was, wenn es vorhanden ist, so recht dem Zweck der Menschennatur entspricht? So oft also etwas Schmerzhaftes dir nahe tritt: denke, es sei kein Unglück; aber ein Glück ist, es mit edlem Mut zu tragen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 4.49 » Alle Verwendungen ansehen

So wie deine ganze Persönlichkeit der ergänzende Teil eines Gemeinwesens ist, so soll auch jede deiner Handlungen das gemeinschaftliche Handeln dieses Gemeinwesens ergänzen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 9.23 » Alle Verwendungen ansehen

Die Seele des Menschen tut sich selbst den größten Schaden, wenn sie sich von der Natur abzusondern, gleichsam aus ihr herauszuwachsen strebt. So, wenn sie unzufrieden ist über irgend etwas, das sich ereignet. Es ist dies ein entschiedener Abfall von der Natur, in der ja diese eigentümliche Verkettung der Umstände begründet ist. Ebenso, wenn sie jemand verabscheut oder anfeindet oder im Begriff ist, jemand weh zu tun, wie allemal im Zorn.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 2.16 » Alle Verwendungen ansehen

Wer unrecht handelt, schadet sich selbst.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 9.4 » Alle Verwendungen ansehen

Wer unrecht handelt, handelt gottlos. Denn die Natur hat die vernünftigen Wesen füreinander geschaffen nicht daß sie einander schaden, sondern nach Würdigkeit einander nützen sollen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 10.1 » Alle Verwendungen ansehen

Irrt sich jemand, so belehre ihn mit Wohlwollen und zeige ihm, was er übersehen hat! Vermagst du das aber nicht, so klage dich selbst an oder auch dich selbst nicht einmal!

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 10.4 » Alle Verwendungen ansehen

Wenn der in uns herrschende Geist seiner Natur folgt, kann es uns — ­den Ereignissen gegenüber — ­nicht schwer fallen, auf jede Möglichkeit vorbereitet zu sein und das Gegebene hinzunehmen. Das Festbestimmte, Abgemachte ist es dann überhaupt nicht, wofür wir Interesse haben, sondern: was uns gut und wünschenswert scheint, ist doch immer nur mit Vorbehalt ein Gegenstand unseres Strebens; was sich uns aber geradezu in den Weg stellt, betrachten wir als ein Mittel zu unsrer Übung — ­: der Flamme gleich, die sich auch solcher Stoffe zu bemächtigen weiß, deren Berührung ein kleineres Licht verlöschen würde, aber ein helles Feuer nimmt in sich auf und verzehrt, was man ihm zuführt, und wird nur größer dadurch.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, Buch 4.1 » Alle Verwendungen ansehen

Zu dem, was dich ein erster scharfer Blick gelehrt, füge weiter nichts hinzu.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 8.49 » Alle Verwendungen ansehen

Das Wohl eines vernünftigen Wesens liegt in der menschlichen Gesellschaft. Denn daß wir zur Geselligkeit geboren sind, ist längst schon erwiesen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 5.16 » Alle Verwendungen ansehen

Wenn in deiner Gemütsverfassung etwas ist, was dich bekümmert, wer hindert dich, den leitenden Gedanken der die Störung verursacht, zu berichtigen? Ebenso wenn es dir leid ist, das nicht getan zu haben, was dir als das einzig Richtige erscheint, warum tust du es nicht lieber noch, sondern gibst dich dem Schmerz darüber hin? Du vermagst es nicht, ein Hindernis, stärker als daß du´s beseitigen könntest, hält dich ab? Nun so wehre der Traurigkeit nur um so mehr: der Grund, warum du´s unterließest, liegt ja dann nicht in dir! Aber freilich, wenn man nicht so handeln kann, ist´s nicht wert zu leben. Und darum scheide du aus dem Leben mit frohem Mut und — ­da du ja auch sterben müßtest, wenn du so gehandelt — ­freundlichen Sinnes gegen die, die dich gehindert!

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 8.47 » Alle Verwendungen ansehen

Bei allem, was von anderen geschieht, suche herauszubringen, welchen Zweck sie verfolgen. Aber fange damit bei dir selbst an, erforsche zuerst immer dich selbst!

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 10.37 » Alle Verwendungen ansehen

Alle Dinge stehen untereinander in Verbindung und sind insofern einander befreundet. Eines folgt dem andern und bildet mit ihm eine Reihe, durch die Gemeinschaft des Ortes oder des Wesens vermittelt.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 6.38 » Alle Verwendungen ansehen

Alles entsteht durch Verwandlung, und die Natur liebt nichts so sehr, als das Vorhandene umzumodeln und Neues von ähnlicher Art zu erzeugen. Jedes Einzelwesen ist gewissermaßen der Same eines zukünftigen, und es wäre eine große Beschränktheit, nur das als ein Samenkorn anzusehen, was in die Erde oder in den Mutterschoß geworfen wird.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 4.36 » Alle Verwendungen ansehen

Alles ist Vorstellung (Meinung), und diese hängt von dir ab. Räume, wenn du willst, die Vorstellung aus dem Weg, und du wirst wie ein Seefahrer, der das Vorgebirge umschifft hat, auf ruhiger See in die windstille, wogenfreie Bucht einfahren.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 12.22 » Alle Verwendungen ansehen

Alles ist wie durch ein heiliges Band miteinander verflochten. Nahezu nichts ist sich fremd.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 7.9 » Alle Verwendungen ansehen

Bedenke oft die Verkettung aller Dinge in der Welt und ihr Verhältnis zueinander. Gewissermaßen sind sie ja alle miteinander verflochten und insofern alle untereinander verwandt. Denn das eine folgt aus dem andern, und zwar kraft des örtlichen Zusammenwirkens, der Übereinstimmung, und der Einheit der Körperwelt.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 6.38 » Alle Verwendungen ansehen

„...bedenken, daß alles, was außerhalb der engen Grenzen deines Fleisches und Geistes liegt, weder dir gehört noch von dir abhängt.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 5.33 » Alle Verwendungen ansehen

Bei allem, was dir widerfährt, stelle dir diejenigen vor Augen, denen dasselbe widerfahren ist, und die sich dabei widerwillig, voll eitler Verwunderung oder höchst vorwurfsvoll bewiesen haben. Denn wolltest du diesen wohl gleichen? oder wolltest du nicht lieber solche ungehörige Eigenschaften anderen überlassen, selbst aber nur darauf achten, wie du deine Erfahrungen zu benutzen hast? Und du wirst sie aufs beste benutzen, sie werden dir einen herrlichen Stoff liefern, wenn du keine andere Absicht hast, als dich bei allem, was du tust, als edler Mensch zu zeigen, dessen eingedenk, daß alles andere gleichgültig für dich ist nur nicht, wie du handelst!

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 7.58 » Alle Verwendungen ansehen

Bei einer Rede gilt es achtzuhaben auf die Worte, bei einer Handlung auf den erstrebten Erfolg. Dort ist die Frage nach der Bedeutung jedes Ausdrucks, hier handelt sich´s um den Zweck, der verfolgt wird.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 7.4 » Alle Verwendungen ansehen

Das Wichtigste ist immer zu wissen, in welchem Verhältnisse ich zu anderen stehe, nämlich, daß wir alle, einer um des anderen willen da sind..." (die Passage ist etwas länger und lohnenswert)

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 11.18 » Alle Verwendungen ansehen

Betrachte die Grundeigenschaften der Dinge sowie die Zwecke der Handlungen entkleidet von ihrer Umhüllung. Erwäge, was Unlust, was Lust, was Tod, was Ruhm sei und wie man an seiner Unruhe selbst schuld ist, wie niemand von einem andern gehindert werden kann und daß alles auf die Vorstellung ankommt.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 12.8 » Alle Verwendungen ansehen

Daran mußt du immer denken, was das Wesen der Welt und was das deinige ist, und wie sich beides zueinander verhält, nämlich was für ein Teil des Ganzen du bist und zu welchem Ganzen du gehörst, und daß dich niemand hindern kann, stets nur das zu tun und zu reden, was dem Ganzen entspricht, dessen Teil du bist.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 2.9 » Alle Verwendungen ansehen

Du darfst nicht unwillig werden, den Mut nicht sinken lassen oder gar verzweifeln, wenn es dir nicht vollständig gelingt, immer nach richtigen Grundsätzen zu handeln.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 5.9 » Alle Verwendungen ansehen

Darum, sage ich, ist die leidenschaftslose Seele eine wahre Burg und Festung. Denn der Mensch hat keine stärkere Schutzwehr. Hat er sich hier geborgen, kann ihn nichts gefangen nehmen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 8.48 » Alle Verwendungen ansehen

Das den vernünftigen Wesen Heilsame aber ist die Gemeinschaft. Denn zur Gemeinschaft sind wir geboren. Oder liegt es nicht auf der Hand, daß das Geringere um des Besseren willen, die besseren Dinge aber füreinander da sind? Besser aber als das Unbeseelte ist das Beseelte, und besser als dieses das Vernünftige.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 5.16 » Alle Verwendungen ansehen

Das Lob derer also, die nicht sich selber zu genügen wissen, hat für ihn nicht den geringsten Wert.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 3.4 » Alle Verwendungen ansehen

Das Vergehen eines anderen muß man bei ihm lassen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 9.42 » Alle Verwendungen ansehen

Das, was dich bewegt, was dich mit unsichtbaren Fäden hierhin und dorthin zieht, das ist in deinem Innern. Hier schlummert das beredte Wort, hier wurzelt das Leben, hier ist der eigentliche Mensch.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 10.38 » Alle Verwendungen ansehen

Wenn in deiner Umgebung etwas geschieht, was dich aufbringen und empören will, so ziehe dich rasch in dich selbst zurück, und gib den Eindrücken, die deine Haltung aufs Spiel setzen, dich nicht über Gebühr hin. Je öfter wir die harmonische Stimmung der Seele wiederzugewinnen wissen, desto fähiger werden wir, sie immer zu behaupten.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 6.11 » Alle Verwendungen ansehen

Wenn ein Gegenstand der Außenwelt dich mißmutig macht, so ist es nicht jener, der dich beunruhigt, sondern vielmehr dein Urteil darüber; dieses aber sofort zu tilgen, steht in deiner Macht.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 8.47 » Alle Verwendungen ansehen

Gewöhne dich auf die Rede eines andern genau zu achten und versetze dich so viel möglich in die Seele des Redenden." (kann man auch auf sich beziehen)

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 6.53 » Alle Verwendungen ansehen

Man liebt es, sich zuzeiten aufs Land, ins Gebirge, an die See zurückzuziehn. Auch du sehnst dich vielleicht dahin. Im Grunde genommen aber steckt dahinter eine große Beschränktheit. Es steht dir ja frei, zu jeglicher Stunde dich in dich selbst zurückzuziehn, und nirgends finden wir eine so friedliche und ungestörte Zuflucht als in der eignen Seele, sobald wir nur etwas von dem in uns tragen, was wir nur anzuschauen brauchen, um uns in eine vollkommen ruhige und glückliche Stimmung versetzt zu sehn — ­eine Stimmung, die nach meiner Ansicht freilich ein anständiges, sittliches Wesen bedingt.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 4.3 » Alle Verwendungen ansehen

Sieh dich nicht nach den leitenden Grundsätzen anderer um, sondern halte den Blick auf das Ziel gerichtet, worauf dich die Natur hinweist, sowohl die Allnatur durch das Schicksal als deine eigene durch deine Pflichten.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 7.55 » Alle Verwendungen ansehen

Welch ein Gewinn, wenn man auf anderer Leute Worte, Angelegenheiten und Gedanken nicht achtet, sondern nur merkt auf das eigene Tun, ob es gerecht und fromm und gut sei,- ­das Auge abgewendet vom Pfuhl des Lasters, nur der eignen Bahn nachgehend, grad und unverrückt.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 4.18 » Alle Verwendungen ansehen

Hat sich jemand in etwas gegen dich vergangen, so erwäge sogleich, welche Ansicht über Gut und Böse ihn zu diesem Vergehen bestimmt hat. Denn sobald dir dies klar ist, wirst du gegen ihn nur Mitleid fühlen, aber dich weder verwundern noch zürnen. Denn entweder hast du über das Gute und über das Böse dieselbe Ansicht wie er oder doch eine ähnliche, und dann mußt du verzeihen, oder du hast über das Gute und Böse nicht diese Ansichten, und in diesem Falle wird dir Wohlwollen gegen den Irrenden um so leichter sein.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, VII, 26 » Alle Verwendungen ansehen

Hat sich jemand vergangen, trägt er den Schaden. Vielleicht hat er sich aber gar nicht vergangen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 9.38 » Alle Verwendungen ansehen

Richte dich nicht ein, als solltest du hundert Jahre alt werden. Denn wie nahe ist vielleicht dein Ende! Aber solange du lebst, solange es in deiner Macht steht — ­sei gut!

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 4.17 » Alle Verwendungen ansehen

Nicht kommen die Dinge, die du mit Leidenschaft suchst oder fliehst, zu dir, nicht sie drängen sich dir auf, sondern du drängst dich ihnen auf. Kannst du das Nachdenken über sie nur lassen, so bleiben sie auch ruhig wo sie sind, und man wird dich alsdann nicht ihnen nachlaufen oder auf der Flucht vor ihnen sehen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, Buch 11.11 » Alle Verwendungen ansehen

Meine Natur aber ist eine vernünftige und für das Gemeinwesen bestimmte; meine Stadt und mein Vaterland aber ist, insofern ich Antonin heiße, Rom, insofern ich ein Mensch bin, die Welt. Nur das also, was diesen Staaten frommt, ist für mich ein Gut.Als Antoninus ist mein Vaterland Rom, als Mensch die Welt.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 6.44 » Alle Verwendungen ansehen

Man muß sich beizeiten sagen: ich werde einem vorwitzigen, einem undankbaren, einem schmähsüchtigen, einem verschlagenen oder neidischen oder unverträglichen Menschen begegnen. Denn solche Eigenschaften liegen jedem nahe, der die wahren Güter und die wahren Übel nicht kennt. Habe ich aber eingesehen, einmal, daß nur die Tugend ein Gut und nur das Laster ein Übel, und dann, daß der, der Böses tut, mir verwandt ist, nicht sowohl nach Blut und Abstammung, als in der Gesinnung und in dem, was der Mensch von den Göttern hat, so kann ich weder von jemand unter ihnen Schaden leiden - denn ich lasse mich nicht verführen - noch kann ich dem, der mir verwandt ist, zürnen oder mich feindlich von ihm abwenden, da wir ja dazu geboren sind, uns gegenseitig zu unterstützen, wie die Füße, die Hände, die Augenlider, die Reihen der oberen und unteren Zähne einander dienen. Also ist es gegen die Natur, einander feindlich zu leben. Und das tut doch, wer auf jemand zürnt oder ihm entgegenwirkt.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 2.1 » Alle Verwendungen ansehen

Mag den Teilen, die den äußeren Zufällen unterworfen sind, von außen her zustoßen, was da will, diese leitenden Teile mögen, wenn sie wollen, sich darüber beschweren; ich jedoch habe, solange ich das Begegnis nicht für ein Übel halte, noch nicht dabei gelitten; und es nicht dafür zu halten, steht ja ganz bei mir.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 7.14 » Alle Verwendungen ansehen

Haben wir alle das Denkvermögen gemein, dann auch die Vernunft? dann auch die Stimme, die uns sagt, was wir tun und lassen sollen; dann auch eine Gesetzgebung; wir sind also alle Bürger eines und desselben Reiches. Und so würde folgen, daß die Welt ein Reich ist.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 4.4 » Alle Verwendungen ansehen

Mache den Einbildungen ein Ende! Hemme den Zug der Leidenschaften! Behalte die Gegenwart in deiner Gewalt! Mache dich mit dem vertraut, was dir oder einem anderen begegnet. Trenne und zerlege alles in seine Urkraft und seinen Stoff. Gedenke der letzten Stunde! Fehler, die andere begehen, laß ruhen, wo sie begangen sind.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 7.29 » Alle Verwendungen ansehen

Laß deinen Wahn schwinden, du hörst auf dich zu beklagen. Beklagst du dich nicht mehr, ist auch das Übel weg.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 4.7 » Alle Verwendungen ansehen

Lag's an dir, warum hast du's getan? War ein anderer schuld, wem willst du Vorwürfe machen? Den Atomen oder den Göttern? Beides ist Unsinn. Du hast niemand Vorwürfe zu machen. Suche den, der schuld war, eines Besseren zu belehren, oder wenn dies nicht möglich, bessere an der Sache selbst. Aber auch, wenn dieses nicht angeht, wozu dienen die Vorwürfe? Man muß eben nichts ohne Überlegung tun.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 8.16 » Alle Verwendungen ansehen

In kurzem wird die allwaltende Natur alles, was du siehst, verwandeln und aus demselben Stoff andere Dinge bereiten und aus deren Stoff wieder andere Dinge, damit sich die Welt immer verjüngt.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 7.25 » Alle Verwendungen ansehen

Kümmern sollten wir uns immer nur um das Gegenwärtige, da uns nur dieses, nicht Zukünftiges und nicht Vergangenes, wirklich lästig fallen kann.Lass nicht zu, dass dein Geist in die Vergangenheit oder in die Zukunft wandert. Hilf ihm stattdessen, in der Gegenwart zu bleiben.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, Buch 8.36 » Alle Verwendungen ansehen

Kann mir jemand überzeugend dartun, daß ich nicht richtig urteile oder verfahre, so will ich's mit Freuden anders machen. Suche ich ja nur die Wahrheit, sie, von der niemand je Schaden erlitten hat. Wohl aber erleidet derjenige Schaden, der auf seinem Irrtum und auf seiner Unwissenheit beharrt.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 6.21 » Alle Verwendungen ansehen

Jegliches tun und bedenken wie einer, der im Begriff ist, das Leben zu verlassen, das ist das Richtige. [...] Tod aber und Leben, Ruhm und Ruhmlosigkeit, Leid und Freude, Reichtum und Armut und alles dieses wird den guten wie den bösen Menschen ohne Unterschied zuteil, als Dinge, die weder sittliche Vorzüge noch sittliche Mängel begründen: also sind sie auch weder gut noch böse (weder ein Glück noch ein Unglück).

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 2.11 » Alle Verwendungen ansehen

Es ist ein dem Menschen eigentümlicher Vorzug, daß er auch die liebt, die ihm weh getan haben. Und es gelingt ihm, wenn er bedenkt, daß Menschen Brüder sind, daß sie aus Unverstand und unfreiwillig fehlen, daß beide, der Beleidigte und der Beleidiger nach kurzer Zeit den Toten angehören werden, und vor allem: daß eigentlich niemand ihm schaden, d.h. sein Inneres schlechter machen kann als es vorher gewesen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 7.22 » Alle Verwendungen ansehen

Sobald dir jemand weh getan hat, mußt du sogleich untersuchen, welche Ansicht über Gut und Böse ihn dazu vermochte. Denn sowie dir dies klar geworden wirst du Mitleid fühlen mit ihm und dich weder wundern noch erzürnen. Entweder nämlich findest du, daß du über das Gute gar keine wesentlich andere Ansicht hast als er; und dann mußt du ihm verzeihen. Oder du siehst den Unterschied; dann aber ist's ja nicht so schwer, freundlich zu bleiben dem, der sich geirrt hat.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 7.26 » Alle Verwendungen ansehen

Sei in deinem Tun nicht fahrlässig, in deinen Reden nicht verworren, in deinen Gedanken nicht zerstreut

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 8.5 » Alle Verwendungen ansehen

Es steht dir ja frei, zu jeglicher Stunde dich in dich selbst zurückzuziehn, und nirgends finden wir eine so friedliche und ungestörte Zuflucht als in der eignen Seele, sobald wir nur etwas von dem in uns tragen, was wir nur anzuschauen brauchen, um uns in eine vollkommen ruhige und glückliche Stimmung versetzt zu sehn — ­eine Stimmung, die nach meiner Ansicht freilich ein anständiges, sittliches Wesen bedingt. [..]

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, Buch 4.3 » Alle Verwendungen ansehen

Warum sollten rohe und ungebildete Gemüter ein gebildetes und einsichtsvolles Gemüt beunruhigen können? Was ist aber eine gebildete und einsichtsvolle Seele? Die, die den Ursprung und das Ziel der Dinge kennt und den Geist, der die Körperwelt durchdringt und die ganze Zeit hindurch nach bestimmten Abschnitten das All verwaltet.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 5.32 » Alle Verwendungen ansehen

Gewöhne dich, wenn du jemand sprechen hörst, so genau als möglich hinzuhören, und dich in seine Seele zu versetzen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 6.53 » Alle Verwendungen ansehen

...was sich uns aber geradezu in den Weg stellt, betrachten wir als ein Mittel zu unsrer Übung — ­: der Flamme gleich, die sich auch solcher Stoffe zu bemächtigen weiß, deren Berührung ein kleineres Licht verlöschen würde, aber ein helles Feuer nimmt in sich auf und verzehrt, was man ihm zuführt, und wird nur größer dadurch.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, Buch 4.1 » Alle Verwendungen ansehen

Was für ein Bedenken hält dich ab, vor allem zu sehen, was der Augenblick zu tun gebietet? Freilich mußt du's völlig erwogen haben, ehe du getrost und unbeirrt daran gehen kannst

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 10.12 » Alle Verwendungen ansehen

Was die Fähigkeit zu urteilen und Schlüsse zu machen anbetrifft, so mußt du sie in Ehren halten. Denn es wohnt ihr die Kraft bei, zu verhüten, daß sich in deiner Seele irgendeine Ansicht festsetze, welche widernatürlich ist oder einem vernunftbegabten Wesen unangemessen. Ihre Bestimmung ist, uns geistig unabhängig zu machen, den Menschen zugetan und den Göttern gehorsam.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 3.9 » Alle Verwendungen ansehen

Suche einzudringen in jedes Menschen Inneres, aber verstatte es auch jedermann, in deine Seele einzudringen!

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 8.61 » Alle Verwendungen ansehen

Was in dem einzelnen Organismus die Glieder des Leibes, das sind in dem Gesamtorganismus die einzelnen vernunftbegabten Wesen. Auch sie sind zum Zusammenwirken geschaffen. Sagst du dir nur recht oft: Du seist ein Glied in dem großen System der Geister, so kann ein solcher Gedanke nicht anders als dich aufs tiefste berühren. Siehst du dich aber nur als einen Teil dieses Ganzen an, so liebst du die Menschen auch noch nicht von Herzen, so macht dir das Gutestun noch nicht an sich selbst Freude, so übst du es nur als eine Pflicht, so ist es noch keine Wohltat für dich selber.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 7.13 » Alle Verwendungen ansehen

[..]Aber es läßt sich auch von solchen Leuten lernen, die das Ziel ihres Weges aus dem Gedächtnis verloren haben, auch von solchen, die, je mehr sie mit dem alles beherrschenden Geiste verkehren, tatsächlich sich desto mehr von ihm entfernen, auch von denen, welchen gerade das fremd ist, was sie täglich beschauen, oder die wie im Traume handeln und reden (denn auch das nennt man noch Tätigkeit), oder endlich von solchen, die wie die kleinen Kinder alles nachmachen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 4.46 » Alle Verwendungen ansehen

Tue nichts mit Widerwillen, nichts ohne Rücksicht auf das Gemeinwohl, nichts ungeprüft, nichts wobei du noch ein Bedenken hast.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 3.5 » Alle Verwendungen ansehen

Vom Schmerz: Ist er unerträglich, führt er auch den Tod herbei; ist er anhaltend, so läßt er sich auch ertragen. Wenn nur die Seele dabei an sich hält, bewahrt sie auch ihre Ruhe und leidet keinen Schaden. Die vom Schmerz getroffenen Glieder mögen dann, wenn sie können, sich selbst darüber aussprechen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 7.33 » Alle Verwendungen ansehen

Und siehst du nun nicht, daß die Veränderung, der du unterworfen bist, von derselben Art und ebenso notwendig ist für das Ganze?

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 7.18 » Alle Verwendungen ansehen

Meine Mutter war mir durch ihre Frömmigkeit und Wohltätigkeit ein Vorbild; ich bestrebte mich, ihr gleichzukommen und das Böse weder zu tun noch auch nur zu denken und wie sie einfach und mäßig zu leben, weit entfernt von dem gewöhnlichen Luxus der Großen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 1.3 » Alle Verwendungen ansehen

Von ihm [Apollonius] endlich lernte ich, wie man Wohltaten von Freunden anzunehmen hat, ohne sich weder zu demütigen noch auch unerkenntlich dafür zu sein

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 1.8 » Alle Verwendungen ansehen

[..] noch kann ich dem, der mir verwandt ist, zürnen oder mich feindlich von ihm abwenden, da wir ja dazu geboren sind, uns gegenseitig zu unterstützen, wie die Füße, die Hände, die Augenlider, die Reihen der oberen und unteren Zähne einander dienen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 2.1 » Alle Verwendungen ansehen

Beginne den Tag damit, dir selbst zu sagen: Heute werde ich mit..." (was dir auch immer heute passieren könnte...)

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 2.1 » Alle Verwendungen ansehen

Warum dich durch die Außendinge zerstreuen? Nimm dir Zeit, etwas Gutes zu lernen und höre auf, dich wie im Wirbelwind umhertreiben zu lassen. Hüte dich noch vor einer andern Verirrung, denn es ist auch Torheit, sich das Leben durch zwecklose Handlungen schwer zu machen; man muß ein Ziel haben, auf das sich alle unsere Wünsche, alle unsere Gedanken richten.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 2.7 » Alle Verwendungen ansehen

Aber sei doch des Grundgesetzes eingedenk, daß die vernünftigen Wesen füreinander geboren sind, daß Verträglichkeit ein Teil der Gerechtigkeit ist, daß die Menschen unvorsätzlich sündigen, und dann, daß es so vielen Leuten nichts genützt hat, in Feindschaft, Argwohn, Zank und Haß gelebt zu haben; sie sind gestorben und zu Asche geworden.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 4.3 » Alle Verwendungen ansehen

Der Tod ist, ebenso wie die Geburt, ein Geheimnis der Natur, hier Verbindung, dort Auflösung derselben Grundstoffe; durchaus nichts, dessen man sich zu schämen hätte; denn es widerstreitet nicht dem Wesen eines vernünftigen Geschöpfes noch der Anlage seiner Konstitution.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen, 4.5 » Alle Verwendungen ansehen

Was mit dir zusammenstimmt, o Welt, ist auch für mich angemessen! Nichts kommt zu früh für mich und nichts zu spät, wenn´s bei dir heißt: “Zu guter Stunde.” Eine süße Frucht ist mir alles, was du gezeitigt hast, Natur. Von dir und in dir ist alles und zu dir kehrt es zurück. — ­Als Aristophanes Theben wiedersah, rief er: “Du liebe Stadt des Kekrops!” und ich, ich sollte mit dem Blick auf dich nicht sagen: “Du liebe Stadt des höchsten Gottes?”

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 4.23 » Alle Verwendungen ansehen

Die Welt ist ein einziges lebendiges Wesen, ein Weltstoff und eine Weltseele. In dieses Weltbewußtsein wird alles aufgenommen, so wie aus ihm alles hervorgeht, so jedoch, daß von den Einzelwesen eines des anderen Mitursache ist und auch sonst die innigste Verknüpfung unter ihnen stattfindet.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 4.40 » Alle Verwendungen ansehen

Wenn dir ein Gott weissagte, du werdest morgen, höchstens übermorgen sterben, so könntest du dich über dieses “Übermorgen” doch nur freuen, wenn gar nichts Edles in dir steckt. Denn was ist´s für ein Aufschub! Ebenso gleichgültig aber müßte es dir sein, wenn man dir prophezeite: nicht morgen, sondern erst nach langen Jahren!

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 4.47 » Alle Verwendungen ansehen

Das Gesetz, das uns vorschreibt, den Menschen wohl zu tun und sie zu ertragen, macht sie uns zu den befreundetsten Wesen. Insofern sie uns aber hinderlich werden können, das uns Gebührende zu tun, ist mir der Mensch etwas ebenso Gleichgültiges wie die Sonne, der Wind, das Tier. Nur daß sich ihrem verderblichen Einflusse ja eben entgegentreten läßt. Man entziehe sich ihnen oder suche sie umzuwandeln, so geschieht unserm Streben und unserer Neigung kein Eintrag. Auf diese Weise verwandelt und bildet die Seele ein Hindernis unseres Willens um in sein Gegenteil: was unser Werk aufhalten sollte, gestaltet sich selbst zum guten Werke, und ein Weg eröffnet sich eben da, wo uns der Weg versperrt ward. (= The Obstacle is the Way)

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 5.20 » Alle Verwendungen ansehen

... was unser Werk aufhalten sollte, gestaltet sich selbst zum guten Werke, und ein Weg eröffnet sich eben da, wo uns der Weg versperrt ward." (The Obstacle is the Way)

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 5.20 » Alle Verwendungen ansehen

Lebe mit den Göttern! D.h. zeige ihnen, daß deine Seele zufrieden sei mit dem, was sie dir beschieden, daß sie tue, was der Genius will, den uns der höchste Gott als ein Stück seiner selbst zum Leiter und Führer gegeben hat. Dieser Genius aber ist der Geist, die Vernunft eines jeden.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 5.27 » Alle Verwendungen ansehen

Der Weltstoff ist fügsam und leicht verwandlungsfähig, und die alles beherrschende Vernunft hat in sich keine Veranlassung, Böses zu tun; denn sie ist ohne Bösartigkeit, tut also auch nichts Böses, und nichts wird von ihr beschädigt; alles aber gestaltet und vollendet sich ihr gemäß.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 6.1 » Alle Verwendungen ansehen

Bei Erfüllung deiner Pflicht soll dir nichts darauf ankommen, ob du vor Kälte starrst oder vor Hitze glühst, ob du schläfrig bist oder genug geschlafen hast, ob man dich tadelt oder lobt, ob du darüber dem Tode nahe kommst oder etwas anderes der Art zu leiden hast. Auch das Sterben ist ja eine von den Aufgaben unseres Lebens. Genug also, wenn du auch sie glücklich lösest, sobald sie dir vorgelegt wird.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 6.2 » Alle Verwendungen ansehen

Das nenne ich die Seele oder das die Herrschaftführende im Menschen, was ihn weckt und lenkt, was ihn zu dem macht, was er ist und sein will, und was bewirkt, daß alles, was ihm widerfährt, ihm so erscheine, wie er´s haben will.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 6.8 » Alle Verwendungen ansehen

Wenn mich jemand überzeugen und mir beweisen kann, daß meine Ansicht oder meine Handlungsweise nicht die richtige sei, so will ich sie mit Freuden ändern. Denn ich suche die Wahrheit, sie, die niemand Schaden zufügt. Wohl aber nimmt Derjenige Schaden, der auf seinem Irrtum und seiner Unwissenheit beharrt.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 6.21 » Alle Verwendungen ansehen

Schmiege dich in die Verhältnisse, die dir gesetzt sind, und liebe die Menschen, mit denen du verbunden bist, liebe sie wahrhaft!

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 6.39 » Alle Verwendungen ansehen

Wie bei einem vereinten Körperganzen die einzelnen Glieder, so verhalten sich trotz ihrer Trennung die einzelnen vernunftbegabten Wesen zueinander. Auch sie sind zum Zusammenwirken eingerichtet. Diese Erwägung wird um so größeren Eindruck auf dich machen, wenn du oft zu dir selbst sagst: Ich bin ein Glied der Gesamtheit von Vernunftwesen. Sagst du aber, daß du es nur zum Teil bist, so liebst du die Menschen noch nicht von Herzen, so erfreut dich das Wohltun noch nicht aus reiner Überzeugung. Du übst es bloß als etwas, was sich geziemt, nicht aber für dich selbst eine Wohltat ist.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 7.13 » Alle Verwendungen ansehen

Ein zorniges Gesicht ist widernatürlich. Wenn die Sanftmut im Innern erstirbt, erlischt auch die äußere Zier, daß sie nicht überall wieder angefacht werden kann. Schon daraus geht hervor, daß jeder grollende Blick vernunftwidrig ist. Wem das Gewissen ausgegangen, der hat keine Ursache zu leben.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 7.24 » Alle Verwendungen ansehen

Blicke in dein Inneres! Da drinnen ist eine Quelle des Guten, die nimmer aufhört zu sprudeln, wenn du nur nicht aufhörst nachzugraben.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 7.59 » Alle Verwendungen ansehen

Die sittliche Vollkommenheit bringt es mit sich, daß wir jeden Tag leben können, als wäre er der letzte, frei von Zorn, Schlaffheit und Verstellung.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 7.69 » Alle Verwendungen ansehen

Bei jeder Handlung frage dich: wie steht es eigentlich damit? wird es dich auch nicht gereuen? Eine kurze Zeit nur noch, und du bist tot und alles hat aufgehört. Wenn aber das, was du vorhast, einem Wesen geziemt, das Vernunft hat, auf die Gemeinschaft angewiesen ist und nach denselben Gesetzen wie die Götter leben soll, was verlangst du mehr?

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 8.2 » Alle Verwendungen ansehen

Wer ist dies Selbst? Die Vernunft.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 8.40 » Alle Verwendungen ansehen

„Die Menschen sind füreinander geboren. So belehre oder dulde, die's nicht wissen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 8.59 » Alle Verwendungen ansehen

Ein Verlust ist weiter nichts als eine Umwandlung, und daran findet die Allnatur Vergnügen, sie, die alles mit so großer Weisheit tut, von Ewigkeit her gleicherweise tat und ins Unendliche so tun wird. Wie kannst du nun sagen, alles, was auch geschehen sei oder immer geschehen werde, sei schlecht und folglich unter so vielen Göttern nie ein Vermögen aufzufinden gewesen, um diese Zustände zu verbessern, vielmehr sei die Welt verdammt, in den Banden unaufhörlicher Übel zu verharren.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 9.35 » Alle Verwendungen ansehen

Sooft du am Fehltritt eines andern Anstoß nimmst, geh sogleich in dein Inneres und überlege, welchen ähnlichen Fehler du begehst, wenn du zum Beispiel Geld, Sinnenlust oder eiteln Ruhm und dergleichen für ein Gut hältst. Denn sobald du dies erwägst, wirst du deinen Zorn vergessen, zumal wenn es dir dabei noch einfällt, daß jener gezwungen wird, also zu handeln. Denn was kann er tun? Kannst du's aber, so befreie ihn von dem, was Gewalt über ihn hat.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 10.30 » Alle Verwendungen ansehen

Was treibst du für eine Kunst? Die Kunst, gut zu sein. Wie könnte dies aber anders gelingen als durch klare Einsicht in das Wesen der Natur und des Menschen.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 11.5 » Alle Verwendungen ansehen

Die Natur steht niemals gegen die Kunst zurück, vielmehr sind die Künste Nachahmerinnen der Natur, und wenn dies ist, so dürfte wohl die vollkommenste und alles andere umfassende Natur der künstlerischen Geschicklichkeit nicht nachstehen. Alle Künste aber verfertigen das Unvollkommene um des Vollkommenen willen; so verfährt auch die Allnatur. Hier hat auch die Gerechtigkeit ihren Ursprung, aus der alle übrigen Tugenden sich entwickeln; denn solange wir uns noch mit den gleichgültigen Dingen zu schaffen machen oder uns als leicht verführbare, voreilige und wetterwendische Menschen zeigen, wird die Gerechtigkeit von uns nicht beobachtet werden.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 11.10 » Alle Verwendungen ansehen

Ich wundere mich oft darüber, wie derselbe Mensch, der sich mehr liebt als alle anderen, dennoch mehr Gewicht auf das Urteil anderer über ihn, als auf das eigene legen kann.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 12.4 » Alle Verwendungen ansehen

Alles ist Vorstellung, und diese hängt von dir ab. Räume, wenn du willst, die Vorstellung aus dem Weg, und du wirst wie ein Seefahrer, der das Vorgebirge umschifft hat, auf ruhiger See in die windstille, wogenfreie Bucht einfahren.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 12.22 » Alle Verwendungen ansehen

Welch kleines Teilchen der unendlichen und unermeßlichen Zeit ist jedem von uns zugemessen! So schnell wird es ja von der Ewigkeit verschlungen. Welch kleines Teilchen von der ganzen Wesenheit! Welch kleines Teilchen von der ganzen Weltseele! Wie klein ist das Erdklümpchen, auf dem du umherschleichst! Dies alles bedenke und halte dann nichts für groß als das: zu tun, wie deine Natur dich leitet, und zu leiden, was die Allnatur mit sich bringt.

— Marcus Aurelius Selbstbetrachtungen 12.32 » Alle Verwendungen ansehen

Diese Gesinnung giebt Jedem das Seine, und indem sie diese Verbindungen der Menschen zu Gesellschaften grossartig und gleichmässig beschützt, heisst sie die Gerechtigkeit, zu der dann auch die Frömmigkeit, die Güte, die Freigebigkeit, das Wohlwollen, die Höflichkeit und andere ähnliche Tugenden gehören

— Marcus Tullius Cicero De Finibus Bonorum et Malorum » Alle Verwendungen ansehen

Behandle Deine Untergebenen so, wie Du von Deinen Vorgesetzten behandelt werden willst.

— Seneca » Alle Verwendungen ansehen

Handle so, dass dein Verhalten mit deinen moralischen Überzeugungen übereinstimmt.

— Seneca Brief 63 » Alle Verwendungen ansehen

Nicht das bloße Wissen macht glücklich, sondern die Tat.

— Seneca Brief 75 » Alle Verwendungen ansehen

Die Natur hat uns als Verwandte geschaffen, indem sie uns aus den nämlichen Stoffen und zu der nämlichen Bestimmung erzeugte. Sie hat uns die gegenseitige Liebe eingepflanzt und uns zu geselligen Wesen gemacht.

— Seneca Brief 95 » Alle Verwendungen ansehen

Daher ist jeder Tag so einzurichten, als würde er die Reihe der Tage beschließen und das Leben vollenden und erfüllen.

— Seneca Briefe 12.8 » Alle Verwendungen ansehen

Schiebe ein paar Tage ein, an denen Du Dich mit kärglichster und einfachster Kost, mit grober und rauer Kleidung begnügen und zu Dir sprechen magst: "Ist es das, wovor man sich fürchtete?

— Seneca Briefe 18.5 » Alle Verwendungen ansehen

Wir brauchen, sage ich, jemanden, an dem sich unser Charakter selbst orientieren kann: Krummes wirst du nur an einer Richtschnur geade machen.

— Seneca Briefe an Lucilius, 11.10 » Alle Verwendungen ansehen

Wer jedes Gut auf das sittlich Vollkommene einschränkt, ist in seinem Innern glücklich.

— Seneca Briefe an Lucilius, 74. Brief » Alle Verwendungen ansehen

...wenn nun des Menschen besonderes Gut die Vernunft ist, so ist er, wenn er diese zur Vollkommenheit gebracht hat, lobwürdig und ist am Ziel seiner natürlichen Bestimmung angelangt.

— Seneca Briefe an Lucilius, 76. Brief » Alle Verwendungen ansehen

Wähle den [als Vorbild], dessen Leben, dessen Ausdrucksweise und selbst dessen Antlitz, in dem sich seine Gesinnung spiegelt, Deinen Beifall gefunden hat; ihn halte Dir immer vor Augen, sei es als Hüter, sei es als Vorbild.

— Seneca Briefe an Lucilius, 11.10 » Alle Verwendungen ansehen

Suche den Umgang mit Besseren: Lebe mit den Catonen (Cato), mit Lälius, mit Tubero. Und findest du Gefallen an dem Umgang mit Griechen, so verkehre mit Sokrates, mit Zenon. Der eine wird dich sterben lehren, wenn es nötig ist, der andere, ehe es nötig ist. Lebe mit Chrysippus, mit Posidonius.

— Seneca Briefe an Lucilius, 104 » Alle Verwendungen ansehen

Nichts ist so belebend und heilsam für den Kranken als die herzliche Zuneigung seiner Freunde

— Seneca Briefe an Lucilius, 78. Brief » Alle Verwendungen ansehen

Ist doch auch die göttliche Vernunft über alles gesetzt, während sie selbst von nichts abhängig ist: diese unsere Vernunft aber ist von der nämlichen Art, da sie aus ihr herstammt.

— Seneca Briefe an Lucilius, 92. Brief » Alle Verwendungen ansehen

...nichts anderes ist nämlich die sittliche Vollkommenheit als richtige Vernunft.

— Seneca Briefe an Lucilius, 66,32 » Alle Verwendungen ansehen

Nicht wer wenig hat, sondern wer mehr begehrt, ist arm.

— Seneca Briefe an Lucilius, 2,6 » Alle Verwendungen ansehen

Nahe ist Dir Gott, mit Dir ist er, in Dir ist er.

— Seneca Briefe an Lucilius, 41.1 » Alle Verwendungen ansehen

Die Tugend aber fordert uns auf, uns mit der Gegenwart gut abzufinden, für die Zukunft Sorge zu tragen, zurate zu gehen und den Geist in Spannung zu halten.

— Seneca Briefe an Lucilius, 119. Brief » Alle Verwendungen ansehen

Die größte Herrschaft ist die Selbstbeherrschung.

— Seneca Briefe an Lucilius » Alle Verwendungen ansehen

Der Ruhm ist etwas Eitles und Luftiges und beweglicher als die Luft.

— Seneca Briefe an Lucilius, 123. Brief » Alle Verwendungen ansehen

Gerade in Sorglosigkeit soll sich der Geist auf Schwierigkeiten einstellen und sich gegen Heimsuchungen des Schicksals noch während seiner Gunstbeweise wappnen.

— Seneca Briefe an Lucilius, 18.5-6 » Alle Verwendungen ansehen

Frage dich aber, ob nicht die Beschäftigung mit vielen Schriftstellern und das Lesen von Büchern mannigfachsten Inhaltes einer großen Unstetigkeit und Eilfertigkeit Vorschub leistet. Man muss zu bestimmten Geistern in ein dauerndes und vertrautes Verhältnis treten, wenn man einen dauernden Gewinn für seine Seele sich sichern will.

— Seneca Briefe an Lucilius, 2. Brief » Alle Verwendungen ansehen

Die Vernunft ist aber nichts anderes als ein Teil des göttlichen Geistes, der in einen menschlichen Körper eingesenkt ist;...

— Seneca Briefe an Lucilius, 66 » Alle Verwendungen ansehen

Die Tapferkeit ist die Verächterin dessen, was zu fürchten ist; sie verachtet Schreckliches und alles, was unsere Freiheit unterjochen will, fordert es heraus und bricht es.

— Seneca Briefe an Lucilius, 88.29 » Alle Verwendungen ansehen

Die Herrschaft über sich selbst ist die höchste Form der Herrschaft.

— Seneca Briefe an Lucilius, 113.30 » Alle Verwendungen ansehen

Der größte Herrscher ist der, der sich selbst beherrscht.

— Seneca Briefe an Lucilius, 113, 30 » Alle Verwendungen ansehen

Wer tapfer ist, ist ohne Furcht; wer ohne Furcht ist, ist ohne Traurigkeit; wer ohne Traurigkeit ist, ist glücklich.

— Seneca Moralische Briefe an Lucilius, 85.23 » Alle Verwendungen ansehen

Und in vielen Fällen ist es besser, so zu tun, als sei nichts geschehen, und keine Vergeltung zu üben.

— Seneca Über den Zorn, 2.33 » Alle Verwendungen ansehen

Um sich des Zornes gegen Einzelne zu erwehren, ist es ratsam, von vornherein allen zu verzeihen; dem ganzen Menschengeschlecht ist man Nachsicht schuldig.

— Seneca Über den Zorn » Alle Verwendungen ansehen

Ich mache von dieser Fähigkeit Gebrauch und verantworte mich täglich vor mir selbst. Wenn das Licht entfernt und meine Gattin, bekannt mit meiner Gewohnheit, verstummt ist, überschaue ich meinen ganzen Tag und wäge meine Handlungen und Äußerungen ab; nichts bleibt mir verborgen, nichts übergehe ich. Warum sollte ich denn auch vor meinen Verfehlungen mich fürchten, da ich sagen kann: "Gib Acht, dass du das nicht wieder tust; für diesmal sei es dir verziehen.[...]

— Seneca Über den Zorn, 3.36 » Alle Verwendungen ansehen

...denn die Wahrheit tritt umso klarer ans Licht, je häufiger man sich mit ihr beschäftigt...

— Seneca Über den Zorn 2 » Alle Verwendungen ansehen

Kurz gesagt, das, was verletzt, muss stärker sein als das, was verletzt wird; aber das Böse ist nicht stärker als die Tugend; deshalb kann einem weisen Menschen kein Schaden zugefügt werden.

— Seneca Über die Standhaftigkeit des Weisen, 7.2 » Alle Verwendungen ansehen

Was jeder geübt hat, darin liegt auch seine festeste Kraft.

— Seneca Über die Vorsehung » Alle Verwendungen ansehen

Woher sollte ich wissen, wie viel Widerstandskraft du gegen die Armut hast, wenn du vor Reichtum nicht weißt, wohin damit?

— Seneca Von der göttlichen Vorsehung » Alle Verwendungen ansehen

Wir empfangen Vergängliches und sind selbst nur vergängliche Wesen.

— Seneca Von der göttlichen Vorsehung 5 » Alle Verwendungen ansehen

Das größte Hemmnis des Lebens ist die Erwartung, die sich an das Morgen hängt und das Heute verloren gibt.

— Seneca Von der Kürze des Lebens » Alle Verwendungen ansehen

Irgendeinen vortrefflichen Menschen müssen wir verehren und uns immer vor Augen halten, um so gleichsam unter seinen Blicken zu leben und alles gleichsam unter seiner Aufsicht zu tun.

— Seneca (Epikur zitierend) Briefe an Lucilius, 11.8 » Alle Verwendungen ansehen

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu deinen Worten. Achte auf deine Worte, denn sie werden zu deinen Taten. Achte auf deine Taten, denn sie werden zu deinen Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden zu deinem Charakter.

— unbekannt (evtl. aus dem Talmud) » Alle Verwendungen ansehen
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Memento Mori

Eine philosophische Meditation über das Leben, den Tod und die Vergänglichkeit.

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