Daimon (δαίμων): göttlicher Geist im Menschen - der logos-Anteil der Seele, der uns mit dem Weltganzen verbindet. Nicht eine separate Person, sondern die göttliche Dimension unserer eigenen rationalen Natur.

Chrysipp (Diogenes Laertius 7.88): Ein glückliches und wohlfließendes Leben entsteht, "wenn die Angelegenheiten des Lebens in jeder Hinsicht auf die Harmonie zwischen dem individuellen göttlichen Geist und dem Willen des Lenkers des Universums abgestimmt sind." Der Daimon ist damit das innere Korrelat zur kosmischen pronoia.

Epiktet: Wir sind niemals allein - Gott ist immer in uns, ebenso wie unser eigener Daimon (Unterredungen 1.14.14). Die Verbindung des Daimon mit logos und hegemonikon macht deutlich: Den eigenen Daimon zu ehren bedeutet, die Vernunft zu gebrauchen, nicht Magie oder Kult.

Marcus spricht von seinem "inneren Daimon" (3.7, 3.12, 5.27) als dem, was heilig zu halten ist - die prohairesis in ihrer reinsten Form.

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