Ekpyrosis (ἐκπύρωσις): Weltenbrand - die periodische Rückkehr aller Dinge in das kosmische Feuer (pyr technikon), nach der ein neuer Weltzyklus (diakosmesis) beginnt. Teil der stoischen Kosmologie des ewigen Kreislaufs.
Die Ekpyrosis ist keine Katastrophe, sondern der notwendige Rhythmus des Kosmos: Das pneuma verdichtet sich zunehmend zum Feuer, löst alle Formen auf, und aus diesem Feuer entfaltet sich ein neuer Kosmos - identisch mit dem vorherigen bis ins Detail (ewige Wiederkunft, palingenesia). Die spermatikoi logoi sind dabei die Träger der Formkontinuität.
Ob die Stoiker die Ekpyrosis wörtlich lehrten oder als kosmologisches Modell, ist in der Forschung umstritten (Philo von Alexandrien bestreitet sie für die späte Stoa). Marcus Aurelius zieht die Ekpyrosis contemplativ heran (3.3, 6.24): Die Vergänglichkeit aller Dinge - Personen, Reiche, Kulturen - wird vor dem Hintergrund kosmischer Zyklen relativiert. Keine Nihilismus, sondern eine Übung in kosmischer Perspektive.
Der Begriff geht auf Heraklit zurück ("Feuer lebt den Tod der Erde") und wurde von Zenon systematisiert.
Eine philosophische Meditation über das Leben, den Tod und die Vergänglichkeit.
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