Eph' hemin (ἐφ' ἡμῖν): was in unserer Macht steht, was uns angeht - die Grundunterscheidung der stoischen Praxis. Das Gegenbegriff ist ouk eph' hemin: was nicht in unserer Macht steht.
Das Enchiridion des Epiktet beginnt mit diesem Satz: "Unter den Dingen sind die einen in unserer Gewalt (eph' hemin), die anderen nicht (ouk eph' hemin)." Was in unserer Macht steht: Urteile, Impulse, Begehren, Abneigungen - kurz: unsere prohairesis. Was nicht in unserer Macht steht: Körper, Ruf, Ämter, äußere Güter.
Wer etwas will, das nicht eph' hemin ist, wird von Angst und Enttäuschung heimgesucht (Unterredungen 2.13.1). Wer dagegen nur das will, was in seiner Macht steht, lebt in innerer Freiheit (eleutheria) - weil er nicht scheitern kann: was er zu tun beabsichtigt, liegt vollständig bei ihm.
Dies ist die operative Fassung der diairesis: Nicht nur theoretisch zu unterscheiden, sondern in jeder Situation zu fragen: Was ist hier eph' hemin? Und nur darauf zu reagieren.
Verwandt: diairesis, prohairesis, adiaphora.
Eine philosophische Meditation über das Leben, den Tod und die Vergänglichkeit.
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