Eudaimonia (εὐδαιμονία): Glückseligkeit, Gedeihen, gelingendes Leben - das telos der stoischen Ethik. Entscheidend: Eudaimonia ist identisch mit arete (Tugend) und damit vollständig in der prohairesis verankert, nicht von äußeren Gütern abhängig.
Epiktet: Gott hat die Menschen zur Eudaimonia und zur inneren Beständigkeit (eustathein) bestimmt (Unterredungen 3.24.2-3). Sie ist jedoch unvereinbar mit dem Sehnen nach dem, was wir nicht haben - wer außerhalb seiner Prohairesis nach Gütern greift, untergräbt damit die einzige Basis, auf der Eudaimonia ruhen kann (Unterredungen 3.24.17).
Marcus verbindet das gelingende Leben mit der Abhängigkeit von möglichst wenigen Dingen: "Das Leben ist am besten, das von so wenig wie möglich abhängt" (7.67, 7.17). Er verwendet auch das Wort euzōēseis ("gut im Leben sein", 3.12) - ein Hinweis, dass Eudaimonia nicht abstrakt ist, sondern gelebter Vollzug.
Strukturell: Eudaimonia ist nicht ein Zustand, der erreicht und gesichert wird, sondern der aktive Vollzug tugendhaften Lebens - der Weg ist das Ziel.
Eine philosophische Meditation über das Leben, den Tod und die Vergänglichkeit.
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