Hedone (ἡδονή): Lust, Genuss - als pathos: irrationale Hochstimmung über ein vermeintliches gegenwärtiges Gut, dem zu Unrecht der Status eines wahren Gutes zugeschrieben wird. Das affektive Spiegelbild von lype: Wo lype falsches Leiden über ein vermeintliches Übel ist, ist hedone falsche Freude über ein vermeintliches Gut.

Kritische Unterscheidung: Hedone (als pathos) ist nicht zu verwechseln mit chara (χαρά) - der vernünftigen Freude des sophos, die zu den eupatheiai gehört. Chara entsteht aus dem richtigen Urteil, dass man sich im Vollzug von arete befindet; Hedone entsteht aus dem falschen Urteil, ein äußeres Gut besessen zu haben.

Die Stoiker (Zenon, Chrysipp) grenzen sich hier scharf von den Epikureern ab: Hedone ist kein telos, kein Maßstab des Guten. Lust und Schmerz sind adiaphora - sie gehören zur proegmena/aproegmena-Ebene der Präferenz, nicht zur Güter-Ebene. Dies ist einer der fundamentalen Trennlinien zwischen hellenistischen Schulen.

Praktisch: Der Prokoptōn lernt, angenehme Empfindungen (Lust, Genuss) nicht zu Gütern hochzustufen - sie zu schätzen ohne ihnen zuzustimmen, dass sie das Gute konstituieren.

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