Hexis (ἕξις): Disposition, Zustand, erworbene Haltung - die stabile Prägung, die durch wiederholte Praxis (askesis) entsteht. Verwurzelt im Verb echein (haben, besitzen): Hexis ist das, was man wirklich "hat" - nicht als äußeres Besitztum, sondern als innere Verfassung.
In der stoischen Physik bezeichnet Hexis die niedrigste Stufe pneumatischer Durchdringung: die bloße Kohäsion anorganischer Dinge (Stein, Metall). Beim Menschen meint es die erworbene Charakterdisposition - das Ergebnis von ethos und askesis, die sich zur zweiten Natur verhärten.
Epiktet warnt: Schlechte Hexeis (pl.) müssen zuerst geschwächt und dann ausgelöscht werden (Unterredungen 2.18.11-14) - sonst werden sie zum Treibstoff der Selbstzerstörung (2.18.4-5). Der Weg ist systematische Gegenpraktik: nicht bloß Einsicht, sondern wiederholtes Handeln gegen die schlechte Neigung.
Positiv: Die stoische Tugend ist eine stabile Hexis des hegemonikon - eine durch tonische Festigung (tonos) erworbene Bereitschaft zur richtigen Zustimmung und zum richtigen Handeln.
Eine philosophische Meditation über das Leben, den Tod und die Vergänglichkeit.
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