Koinos (κοινός): gemeinsam, geteilt - ein zentraler Begriff der stoischen Sozialethik. Das Gemeinsame ist keine abstrakte Pflicht, sondern physisch-pneumatische Realität: Alle Menschen teilen dasselbe logos-Pneuma, sind sympatheia verbunden und dadurch füreinander bestimmt.
Marcus verwendet koinos und verwandte Begriffe mehr als achtzig Mal - koinōnia (Gemeinschaft, 5.16), "Handeln für das Gemeinwohl" (9.6), und sein eigenes Wortgebilde koinonoēmosunē (Rücksicht auf die Gefühle anderer, 1.16). "Das Leben ist kurz - seine Frucht ist ein guter Charakter und das Handeln für das Gemeinwohl" (6.30).
Sein Morgenritual erinnert: Wir "wurden von der Natur geschaffen, um mit anderen zusammenzuarbeiten" (8.12). Allēlōn (füreinander, gegenseitig) erscheint sechsundzwanzigmal bei Marcus (bes. 5.16, 6.38) und zwanzigmal bei Epiktet (bes. 2.20) - ein Schlüsselwort der stoischen Sozialethik.
Grundlage: oikeiosis (natürliche Zugehörigkeit) und sympatheia (kosmische Verbundenheit) machen das Gemeinsame zur natürlichen, nicht aufgezwungenen Orientierung.
Eine philosophische Meditation über das Leben, den Tod und die Vergänglichkeit.
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