Lekton (λεκτόν): das Sagbare, der ausdrückbare Sinn - eine unkörperliche stoische Entität. Weder das lautliche Wort selbst (phone, körperlich) noch der externe Gegenstand (körperlich), sondern der Gehalt einer Aussage - das, was gesagt wird, wenn man einen Satz ausspricht.
Die stoische Zeichentheorie unterscheidet drei Ebenen: das Zeichen (semeion, körperlich), das Bezeichnete (lekton, unkörperlich), und das Referenzobjekt (tynchanon, körperlich). Diese Dreiteilung ist eine der originellsten Leistungen der stoischen Logik und Sprachphilosophie - eine antike Semiotik.
Das Lekton ist der Ort der Wahrheit und Falschheit: Ein axioma (Aussage) ist wahr oder falsch als lekton, nicht als Wortfolge. Dies ermöglicht der Stoa eine präzise Aussagenlogik, die von Chrysipp systematisch entwickelt wurde (Aussagen-, Konditional-, Disjunktionallogik).
Für die stoische Physik paradox: Die Stoiker sind konsequente Materialisten - und dennoch führen sie unkörperliche Entitäten ein (lekta, Zeit, Ort, Leeres). Diese vier Unkörperlichkeiten sind metaphysisch problematisch und wurden in der antiken Diskussion kontrovers behandelt.
Eine philosophische Meditation über das Leben, den Tod und die Vergänglichkeit.
Mehr Infos zum E-Book →