Nomos (νόμος): Gesetz, Sitte - im stoischen Denken vor allem das kosmische Vernunftgesetz, das als logos alle Dinge durchdringt und als normative Grundlage aller menschlichen Gesetze gilt.

Die Stoiker (Chrysipp, Cicero De legibus 1.18-19) unterscheiden zwischen positivem Recht (menschliche Gesetze) und dem universalen Naturgesetz (nomos physikos oder koinos): Dieses gilt für alle vernünftigen Wesen, überall und zu jeder Zeit. Menschliche Gesetze sind nur insofern verbindlich, als sie am kosmischen Logos orientiert sind.

Praktisch: Der Weise lebt nach dem universalen Nomos - nicht aus Gehorsam gegenüber äußerer Autorität, sondern weil er dieses Gesetz als das Gesetz seiner eigenen vernünftigen Natur erkennt. Tugendhaftes Handeln (katorthoma) und Entsprechung des Naturgesetzes sind identisch.

Marcus (6.2): "Was dem Nomos widerspricht, das widerspricht auch der Vernunft - und damit der Natur."

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