Paideia (παιδεία): Bildung, Erziehung, Training - die umfassende Formung des Menschen zu vernünftigem und tugendhaftem Leben. Mehr als Wissensvermittlung: Paideia ist die Gesamtpraxis, die Charakter und Urteilsfähigkeit formt.
Epiktet beschreibt drei Ebenen der Ausbildung (Unterredungen 2.9.13-14): Lernen (manthanō), Üben (meletaō) und hartes Training (askeō) - die zu den drei Topoi des Fortschritts (askesis) korrespondieren. Die täglichen Disziplinen sind das Herzstück: nur wer gebildet (pepaideuménos) ist, ist wirklich frei (Unterredungen 2.1.21-23).
Das Ziel der Paideia: Die eigenen Vorannahmen (prolepsis) aufzuarbeiten und zu klären (Unterredungen 1.2.5-7). Bildung ist damit keine Anhäufung von Wissen, sondern die Reinigung des Urteils.
Marcus (2.2, 3.14, 5.5) ist skeptisch gegenüber büchergelehrter Bildung - echte Paideia bewährt sich im Alltag, nicht in der Bibliothek. Das trifft sich mit Epiktet: "Lerne und übe fleißig - unverdaut darf nichts ausgespuckt werden" (Unterredungen 3.21.1-3).
Eine philosophische Meditation über das Leben, den Tod und die Vergänglichkeit.
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