Phobos (φόβος): Furcht - eines der vier Haupt-pathe. Irrationale Erwartung eines zukünftigen Übels, das in Wirklichkeit adiaphoron ist. Das zeitliche Gegenstück zu lype (Schmerz über Gegenwärtiges): Phobos richtet sich auf das Zukünftige.
Die eupatheia-Entsprechung ist eulabeia (vernünftige Vorsicht): Der sophos meidet echte Übel (Laster, falsche Urteile) mit Vorsicht - aber er fürchtet keine äußeren Dinge, weil diese keine echten Übel sind.
Epiktet (Enchiridion 2): "Suche die Ursache des Hindernisses in dir, nicht in den äußeren Dingen." Phobos entsteht, wenn man Dinge außerhalb der prohairesis für kontrollierbar und zugleich für potentiell übel hält - eine doppelte Fehlorientierung. Die Therapie: klare Unterscheidung zwischen eph' hemin und ouk eph' hemin.
Aristoteles sah Phobos als den natürlichen Ausgangspunkt des Tapferen (andreia): Wer nichts fürchtet, ist stumpfsinnig; wer richtig fürchtet und dennoch handelt, ist tapfer. Die Stoiker verschieben die Grenze: Der Weise fürchtet keine äußeren Dinge überhaupt - nicht weil er stumpfsinnig ist, sondern weil er sie korrekt als adiaphora bewertet.
Eine philosophische Meditation über das Leben, den Tod und die Vergänglichkeit.
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