Physis (φύσις): Natur, natürliche Ordnung - im stoischen Denken die vernunftdurchdrungene kosmische Ordnung, identisch mit logos, pneuma und theos. Nicht bloß die biologische Natur, sondern das Prinzip, das alles strukturiert und zusammenhält.
Das stoische Telos (Chrysipp): "homologoumenos te physei zen" - gemäß der Natur leben. Das bedeutet: gemäß dem logos, der Physis und der eigenen rationalen Natur leben. Gott und Natur sind eins; der Mensch als vernunftbegabtes Wesen ist Teil dieser Physis und verwirklicht sein Wesen, indem er sich am Logos orientiert.
Epiktet (Unterredungen 4.4.43): Das hegemonikon muss genutzt werden, um in Harmonie mit der Natur zu bleiben. Marcus (3.9) formuliert dasselbe. Die Natur ist kein äußerer Maßstab, sondern die immanente Norm der eigenen Vernunft.
In der stoischen Physik durchdringt Physis als pneumatisches Prinzip die Pflanzenwelt (Wachstum, Ernährung) - eine Stufe zwischen der bloßen Kohäsion (hexis) und der tierischen Wahrnehmung (psyche).
Eine philosophische Meditation über das Leben, den Tod und die Vergänglichkeit.
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