Pneuma (πνεῦμα): Hauch, Atem, Geist - das feinste körperliche Prinzip in der stoischen Physik, eine Mischung aus Feuer und Luft, das als tonisches Feld alle Dinge durchdringt und strukturiert. Kosmisch identisch mit logos und Zeus; im Menschen das Substrat des hegemonikon.

Das Pneuma ist kein immaterieller Geist, sondern strikt körperlich (soma) - die stoische Physik ist konsequent materialistisch. Es durchdringt die hyle (passive Materie) und gibt ihr Kohäsion, Form und Qualität. Die innere Spannkraft des Pneuma heißt tonos: Je höher der Tonos, desto stabiler und tugendgemäßer das Wesen.

Die Grade der pneumatischen Durchdringung bestimmen die Seinsebenen: In anorganischen Dingen wirkt es als Hexis (bloße Kohäsion), in Pflanzen als Physis (Wachstum), in Tieren als Psyche (Wahrnehmung und Bewegung), im Menschen als logos-fähige Seele.

Epiktet veranschaulicht den durch Leidenschaften gestörten Geisteszustand mit dem Bild einer durcheinandergebrachten Wasserschale: Wie das aufgewühlte Wasser das Licht bricht, so verzerrt ein gestörtes Pneuma die phantasiai (Unterredungen 3.3.20-22).

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