Pyr technikon (πῦρ τεχνικόν): das schöpferische, kunstfertige Feuer - das aktive kosmische Prinzip in der stoischen Physik, identisch mit logos und Zeus. Nicht destruktives, sondern formgebendes Feuer.

Der Begriff geht auf Heraklit zurück, wird aber von den Stoikern systematisch ausgebaut: Das Weltfeuer ist nicht blind-elementar, sondern technikon - kunstfertig, zweckmäßig, strukturierend. Es ist das, was aus der passiven hyle die geordnete Welt (kosmos) macht.

Das Pyr technikon ist die energetische Dimension dessen, was physisch als pneuma und strukturell als logos beschrieben wird - drei Aspekte eines einzigen körperlichen Weltprinzips. Die ekpyrosis (kosmischer Weltenbrand) ist die Rückkehr aller Dinge in dieses Urfeuer, aus dem der nächste Weltzyklus hervorgeht.

Marcus Aurelius denkt diesen Feuerbegriff in 4.3 und 6.24 mit, wenn er von der alles durchdringenden schöpferischen Kraft spricht, die Formen erzeugt und wieder auflöst.

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