Spermatikoi logoi (σπερματικοὶ λόγοι): Samengründe, Keimvernunft-Prinzipien - körperliche pneumatische Strukturmuster, die als formgebende Keime in der Materie angelegt sind. Keine platonischen Ideen (transzendent), sondern immanente, materielle Formprinzipien.
Jedes Ding trägt seinen spermatikos logos in sich: die pneumatische Strukturinformation, die bestimmt, was aus ihm wird - wie ein Samen die Gestalt des Baumes in sich trägt. Der kosmische logos ist die Gesamtheit aller spermatikoi logoi; die ekpyrosis löst alle Formen auf und sammelt sie wieder im Weltfeuer (pyr technikon), aus dem neue Keimprinzipien für den nächsten Weltzyklus hervorgehen.
Dies ist die stoische Alternative zur platonischen Ideenlehre: Statt transzendenter Urbilder gibt es immanente, körperliche Strukturprinzipien - eine konsequent materialistische Ontologie ohne Zwei-Welten-Theorie.
Der Begriff wurde durch Augustinus und die christliche Theologie (rationes seminales) rezipiert, dabei aber aus dem stoischen Materialismus in einen schöpfungstheologischen Kontext transponiert.
Eine philosophische Meditation über das Leben, den Tod und die Vergänglichkeit.
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