Synkatathesis (συγκατάθεσις): Zustimmung - der Akt, einer phantasia zuzustimmen und sie damit als wahr oder handlungsleitend anzunehmen. Der einzige wirklich freie Akt im stoischen System: Eindrücke kommen ungefragt, aber Zustimmung liegt bei uns.

Synkatathesis bildet das dritte der drei Übungsfelder (Topoi) Epiktets: sorgfältige Prüfung von Urteilen und Zustimmungen - das Feld von Wahrheit und Irrtum, von Wissen und doxa. Marcus (5.10): Jede Zustimmung zu Eindrücken ist fehleranfällig - daher die ständige Wachheit.

Die Kette: Phantasia → Synkatathesis → horme → Handlung. An keiner anderen Stelle hat der Mensch mehr Einfluss: Die Phantasia kommt aus der Welt, die Handlung ergibt sich aus dem Impuls - aber die Synkatathesis liegt vollständig bei uns. Hier liegt die Wurzel sowohl der Freiheit als auch der Verantwortung.

Marcus zitiert Epiktet (11.37): Die Zustimmung soll sich auf phantasiai kataleptikai beschränken und dem tatsächlichen Wert der Dinge entsprechen. Epiktet (Unterredungen 3.2.1-3a, 3.8.4, 4.11.6-7) behandelt Synkatathesis als zentrales Übungsfeld.

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